Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Altona, Fachamt Management des öffentlichen Raumes:
Sehr geehrter Herr Trojan, vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an der Schäferskulptur von Karl Spethmann im Donners Park.
Die Skulptur ist im Parkpflegewerk des Donners Parks aufgeführt. Das Jahr der Veröffentlichung lässt vermuten, dass sie im Zusammenhang mit der Gartenbauausstellung dort aufgestellt wurde. In der Bildunterschrift wird auf das Altonaer Stadtarchiv hingewiesen, sodass dort möglicherweise weitere Informationen zu finden sind. Alternativ könnte auch eine Nachfrage bei der Kulturbehörde oder im Staatsarchiv aufschlussreich sein.
Beim Fachbereich Stadtgrün liegen leider keine weiteren Informationen zur Skulptur vor.
Wir hoffen, dass Ihnen diese Hinweise bei Ihrer Recherche weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen, Kerstin Starke
Der Einsender bezieht sich auf diesen Beitrag im „Klassentreffen“, der sich mit Karl Spethmann beschäftigt.
Hier ist die Email; ich bin bemüht, sie in dem Format, das hier unterstützt wird, darzustellen:
Hallo, habe hier den Entwurf einer kleinen Geschichte aus einem Festschriftsbeitrag, die Sie aber gern als „vorläufiger Entwurf“ übernehmen können.
Traditionskultur: eine Skulptur im Donners Park (oder: der Schäfer und der Schläfer)
Der steinernen Skulptur habe ich die Überschrift Traditionskultur zugeschrieben, weil solche Skulpturen schon bei den Römern verbreiteter Teil der Gartenkultur waren. Vermutlich ist es auch heute noch die häufigste Form von Kunst in Parks und öffentlichen Gärten.
Weil das Werk im Stein signiert ist (links), wissen wir, dass es von Karl Spethmann stammt. Der ist kein Unbekannter, wie verschiedene Internetadressen zeigen.[1] Aber es findet sich nichts zu diesem speziellen Werk und schon gar nicht, wer es wann mit welchem Motiv dort aufgestellt hat. Im Altona Verzeichnis denkmalgeschützter Bauwerke wird das Monument nicht aufgeführt.[2] Und auch im Park selbst führt es ein Nischendasein: man kann ihm nur auf einem Trampelpfad abseits der offiziellen Wege näher kommen. Anfang Dezember 2024 bot sich das folgende Bild (oben): Ein Obdachloser hatte sich direkt neben dem Schäfer unter einem Blätterdach „häuslich“ eingerichtet. Hatte er sich in die Obhut des guten Hirten begeben?
Eine Beziehung lässt sich vermuten: Schäfer und Schafherde sind festlich geschmückt, wahrscheinlich ja vom obdachlosen Schläfer selbst.
Die Nahaufnahme (links) zeigt als skurrilstes Element eine batteriegetriebene hüftenschwingende Tanzpuppe zwischen 2 elektrischen Kerzen. Noch vor Weihnachten war die ganze „Idylle“ zerstört und der Weihnachtsschmuck verschwunden; Täter unbekannt.Eine rührende, rätselhafte und letztlich traurige Geschichte. Mit meinem Bericht wird sie selbst zu einem kleinen „Denk-mal!“.
Und einen Denkmalschutz-Vorschlag habe ich eingereicht für die Steinplastik.
Links:
[1] SH-KUNST; Gerd Tams; artnet; Hamburger Kunsthalle
[2] Denkmalschutzamt
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Hallo,
Schäfergruppe hat tatsächlich eine interessante Geschichte: Sie stammt von dem Altonaer Bildhauer Karl Spethmann (1888–1944) und war ursprünglich für das Grab des Hamburger Malers Friedrich Schwinge (1852–1913) vorgesehen – einem meiner Vorfahren.
Die Stadt Altona kaufte die Skulptur 1914 für die Altonaer Gartenbauausstellung an und stellte sie anschließend im damaligen Altonaer Stadtpark (heute Rosengarten / Donners Park) auf, wo sie bis heute steht.
Schön zu sehen, dass sie noch existiert , auch wenn sie ein wenig versteckt ist. Danke, dass Sie sie hier zeigen und damit ein Stück fast vergessene Hamburger Kunstgeschichte sichtbar machen!
Interessant die Beiträge u.a. von Herrn Schwinge.
Meines Wissens haben Künstler des damaligen Altonaer Kunstvereins mit Skulpturen die Gartenbauausstellung bereichert. Die Schäfergruppe ist eine höchst interessante Arbeit, fast filigran in Stein gemeißelt. Sehr gut zu sehen auf dem Archiv-Foto von 1914. Heller Stein mit schönem Sockel aus Ziegelsteinen. (Spethmann hat sie im Alter von 26 Jahren gearbeitet.)
Dass die Gruppe einmal für das Grab Friedrich Schwinges gedacht war, hat mich überrascht.
Dass sich die „Schäfergruppe“ in einem solch traurigen Zustand befindet, ist äußerst bedauerlich. Ich würde mich freuen, wenn es gelingen würde, die Gruppe durch den Denkmalschutz restaurieren zu lassen – und vielleicht im Rahmen einer Neugestaltung, die Umgebung mit einzubinden. Dieser Park ist meiner Meinung nach geschichtlich interessant, gehörte er doch ehemals zum Donnerschen Schloss. In diesem Zustand jedenfalls ist dieser Ort kein Ort der Schönheit.
Herthamaria Jung-Spethmann