Sommerlochrätsel Nr. 39 – zweiteilig

Jochen Meyer:

Hallo Gerd,

mal sehen, wie schnell das hier erledigt wird:

Was wird hier abgerissen? Standort Schleswig.


Torsten:

…sieht mir sehr nach Abriß am Schwarzen Weg (Vertens) und Plessenstraße (Rasch) aus.

Jochen:

…Grösstenteils liegen auf dem Bild wohl die Brocken der Gebäude der Kälberstrasse und vielleicht auch des Kindergartens (?) zwischen der Strasse und dem verlängerten Schwarzen Weg; man blickt aber auf die noch stehenden Reste von Rasch. Sönke Hansen hat in seiner Alten Schleihalle ein Luftbild des betroffenen Gebietes

Ein Tusch! für Torsten nach Bremen!

Dieses Foto wurde dem “Klassentreffen” zugesandt. Aus rätseltaktischen Gründen verschweige ich zunächst mal den Namen des Einsenders.

Die Frage lautet:

Wie heißt dieses Haus?

Jochen:

Könnte das am Königswiller Weg sein? Umkleide der Sportsfreunde? Wie sah das da noch aus???? Das ist so verdammt lange her, dass wir auch da mal gegen die Anderen verloren haben; also wir vom TSV Schaalby….



Admin: Mein “Informant” hat auch ein Foto mit der Ansicht auf das Rätselhaus von der anderen Seite eingesandt (links). Ich denke mal, dass Jochen schon zu 90% die Lösung gefunden hat. Die restlichen 10% werden vergeben, wenn der Name des Hauses genannt wird! :>>


Benny Gutmann:

Das ist das Haus Schleswig – direkt am Dr. Blaser Platz – Spiel- und Sportfreunde Schleswig (SSS). Rechts davon ist das Haus Holstein – links davon das Haus Mecklenburg (gesehen aus dem Sportplatz-Blickwinkel). Diese drei Häuser waren ursprünglich Unterkünfte der “Burschen” des Paulihofs Königswiller Weg.


Ein Tusch! für Jochen und ein Tusch! für Benny!

PS: Die Fotos sind von Rolf Breitfeld


Veit Heidemann: Das ist eindeutig das Haus Schleswig. Im Keller die Sportumkleide, im EG die Schlafsäle und der Aufenthaltsraum, oben der sogenannte Bunker und Kofferräume. Unterhalb des Gebäudes lag der Sportplatz. Wurde von 1964-1968 dort “erzogen” (Arbeit macht frei).


Ansichten: 95 Strassen: , , ,

Sommerlochrätsel Nr. 27

Ich weiß wirklich nicht, wo dieses Haus steht oder stand. Handelt es sich bei den beiden Abbildungen überhaupt um dasselbe Gebäude? Noch nicht einmal die Leute vom Bildarchiv Foto Marburg haben das Haus eingeordnet…

Trotzdem vermute ich, dass die Lösung sehr schnell kommt…:-/

Die Vermutung war goldrichtig!!! Innerhalb einer Minute kommt Benny Gutmann mit der Lösung:

Es handelt sich um das Gebäude Paulihof 2, in dem früher 2 Jugendgruppen, Danzig und Breslau, untergebracht waren. Ich selbst habe dort einige Zeit meinen Dienst versehen.

Nach Kriegsende war – so viel ich weiß – ein englischer Offizier dort einquartiert. Ich kann mich noch an den englischen Wachposten erinnern.

Zitat bei Sönke: 1952 – Das Landesjugendheim erhielt im Herbst des Jahres das ehemalige Reservelazarett II und den Hof Königswill sowie die alte Ziegelei, insgesamt 70 ha für rd. 300 Jugendliche; nach dem Fortgang des englischen Residenzoffiziers kam auch der Besitz Paulihof 5 (Admin: richtig ist Paulihof 1) hinzu

Nach der Paulihof-Ära übernahm die Justiz die Liegenschaft und richtete dort mit viel Aufwand ein “Knast-Museum” ein. Heute gehört es einem Privatmann.

(Admin: Der Aufwand des Steuerzahlers für das “Knast-Museum” hat im Internet offenbar keine nachweisbaren Spuren hinterlassen…)

Ein ganz besonders lauter Tusch für Benny für diese punktgenaue Lösung in Rekordzeit :D

Bei Sönke findet man diese Postkarte in seiner Dokumentation zu Paulihof. In der Bildunterschrift steht:

Die Postkarte um 1900 zeigt das Anwesen Paulyhof 5 (Admin: Sönke stellt richtig – es ist die Nr. 1). Ursprünglich im Besitz der alten Schleswiger Familie Harmsen (Admin: oder Hansen?), nach dem 2. Weltkrieg Unterkunft des englischen Residenzoffiziers. Später gehörte das Anwesen zum Landesjugendheim.

Sönke emailt:

Die alte Schleswiger Familie hieß Harmsen, das Gebiet, wo heute ein Teil des ehem. Landesjugendheimes und der Berufsschule am Eisteich stehen, wurde um 1905 als Harmsen´sche Koppeln bezeichnet. Zu jener Zeit gab es zwischen Harmsen und den Schleswiger Kollegien einen Streit über einen Fußweg, der durch den damaligen Paulihof, also Paulihof 1, führen sollte.



Und jetzt kommt wieder Heinrich Philippsen zu Wort (1923):

…Im Jahr 1750 ging der Tiergarten ein und mit ihm auch die Wildmeisterstelle. An ihrem früheren Standort liegt jetzt “Paulys Hof”. Der Kammerjunker von Stemann erwarb seinerzeit den Hausplatz und führte hier ein Landhaus auf, das, mit schönen Gartenanlagen umgeben, sich allgemeiner Bewunderung erfreute. Nach von Stemann wurde Eigentümer des Landhauses der Hardesvogt Franz von Seestern-Pauly, dessen Namen noch jetzt der Besitz trägt, der später in verschiedenen Händen gewesen ist und heute dem Kaufmann G. Hansen gehört…

Sönke Hansen emailt:

Nach meinem heutigen Wissensstand zeigt die Postkarte nicht Paulihof 5 sondern den Paulihof 1, dort wohnt heute Herr Neubauer (stellvertr. Bürgermeister, CDU-Ratsherr, Kripobeamter, usw) drin.

Ich habe die Hausnummer auf meiner Seite korrigiert, ebenso scheint in dem Buch “Schleswig 1945-62″ die Hausnummer 5 falsch zu sein, es handelt sich immer um die Nr.1.

In alten Plänen um 1900 werden die Gebäude um die Nummer 1 als Paulihof bezeichnet. Allgemein ist die Bezeichnung Paulihof sehr irreführend, wenn nicht gleichzeitig die Hausnummer mit angegeben wird. Schließlich war das Jugenheim Paulihof die Bezeichnung für alle Gebäude, die zum Jugendheim gehört haben.

Die heutige Brandruine hat die Adresse Paulihof 2, wird ebenfalls umgangsprachlich als Paulihof bezeichnet, hat aber mit dem “ursprünglichen” Paulihof, dem Hof der der Familie Seestern-Pauly nichts zu tun.

Admin: Ein heutiges Foto wäre hoch willkommen… :oops:

Der Admin ist gerührt :oops: Benny ist mit seiner Digi gleich tätig geworden und hat mehrere Fotos vom Anwesen Paulihof 1 geschossen, von denen eines hier links zu sehen ist.

Wir wissen jetzt also auch, dass man auf dem Gelände in einem alten Stallgebäude, welches zur Hofanlage des Wildhüters der Schleswiger Herzöge gehörte, seine Ferien verbringen und auch feiern kann

(Achtung! Nach dem Klick auf die Feier-Seite kommt man nicht wieder zurück – da stimmt was mit der Programmierung der Seite nicht. Und, mal so nebenbei, das Design-Rot der Seite http://www.ceremoni.de/ ist nach Ansicht der Admin-Gattin “überlegenswert”… und nach Ansicht des Admin politisch nicht nachvollziehbar… :D)



Hier noch mal ein Luftbild von dem Anwesen, mit dem im Internet eine Ferienwohnung abgeboten wird (wenn man auf das Foto klickt, kommt man zum Angebot).


Ansichten: 48 Strassen: ,

Der Wald

Admin: Dieser Eintrag hat sich im Kommentarbereich zu einer “Pinwand” für Meinungsäußerungen zum ehemaligen Landesjugendheim entwickelt. Der Admin behält sich vor, ggf. Kommentare zu kürzen oder auch zu löschen.


(Dieser Schleswiger Wald ist von 1910! :D – wir haben aber auch noch einen von 1901 – s.u.)

Das Bundesministerium für Gesundheit:

…Wir gingen die Königsallee weiter aufwärts entlang der in Terrassen angelegten barocken Gartenanlage. Nach weiteren 350 Metern bogen wir nach links in den Wald und gingen bergauf zum Paulihof. Oben angekommen, genossen wir den weiten Blick auf das Schloss, den Burgsee mit dem umgebenden Wald und den vor uns liegenden Barockgarten mit dem weißen Quader des Globushauses. Weiter ging es entlang der stillgelegten Anlage des Paulihofes. Nach 300 Metern erreichten wir einen der historischen Eingänge zum ehemaligen herzöglichen Tiergarten und stiegen nach links den tunnelartigen Weg in den Wald hinunter. Nach etwa 200 Metern ging der Weg über in einen historischen gepflasterten Waldweg, der ehemals für die Kutsche der Herzöge angelegt worden war. Wir erreichten die Stampfmühle…

Wir sind früher oft durch den Wald gegangen oder gefahren. Von der Angelner Straße durch die Schubystraße und dann bei den Hühnerhäusern in die Königsallee eingebogen und dann nicht runter zum Schloss, sondern rechts hoch in den Wald bei Paulihof, wo sich Benny Gutmann ja bestens auskennen müsste.

Oben von Paulihof aus, neben der “Jugenderziehungsanstalt” (hieß das wirklich so?), konnte man im Winter wunderbar mit dem Schlitten runtersausen. Unten landete man dann ungefähr da, wo heute das Globushaus steht.

Benny Gutmann: Die ” Jugenderziehungsanstalt ” hieß richtig Landesjugendheim Schleswig. Hier waren nur männliche Jugendliche im Rahmen der FE (Fürsorgeerziehung) und später auch der FEH (Freiwillige Erziehungshlfe) untergebracht. Im Zuge der Novellierung der Jugendhilfe wurde die damals vor 10 Jahren noch bestehende geschlossene Einrichtung aufgelöst – die Jugendlichen kamen in die Obhut anderer Trägerschaften – und die gesamte Liegenschaft Königswill wurde von der Justiz übernommen. Jetzt befindet sich dort die “Jugendanstalt Schleswig“, im Volksmund auch “Jugendknast” genannt. Das Gebäude Paulihof hinter oder neben der Kreisberufsschule ist leer und soll angeblich zu einer Senioreneinrichtung umgebaut werden.

Auf dem Stadtplan von heute ist ein “Eisteich” verzeichnet. Das wird wohl der Nachfolger des Teiches sein, auf dem wir, wenn es kalt war, Schlittschuh gelaufen sind (auf diesem Stadtplan gibt es auch schon einen “Eisteich”).

An zwei Ereignisse kann ich mich erinnern:

An der einen Seite des Teiches war das Eis dünner, wahrscheinlich weil dort eine Quelle war. Dort durfte man nicht hinlaufen. Und genau da bin ich eingebrochen und bis zum Bauch im Wasser verschwunden. Es war sch…kalt. Ich bin mit dem Fahrrad nach Hause in die Angelner Stasse gefahren. Meine Mutter war vermutlich nicht begeistert.

Jochen Meyer: Im besagten Teich haben wir 1974-78 Sonnenbarsche fangen kønnen; exotische Fische/Zierfische, die angeblich wohl aus Amerika eingeführt worden waren. Vor ca. 5 Jahren habe ich daher einmal einen sehr ehrgeizigen dänischen Forscher an das mittlerweile sehr versteckt gelegene Wasserloch geschickt (Ich wohne auch in Dänemark). Er kam aber ergebnislos zurück – ohne Barsch. Wollte es dann aber bei Gelegenheit doch einmal wieder versuchen. Soweit ich verstand, schreckte ihn der weite Weg ins südliche Ausland nicht ab – den fährt er sehr oft mal – nur um billig Bier einzukaufen, – oder zu trinken? Sich hinter der Sporthalle der Berufsschule einen kalten Barsch zu holen ist dabei wohl nur ein zusätzliches Vergnügen. Vielleicht sollte ich ihn mal bei Mutter Hansen vorbeischicken, zum Grog trinken???

Nun – mich würde mal interessieren, wie die Sonnenbarsche da seinerzeit in den Gottorfer Eisteich gelangt sind. Wer weiss was?

Wir Kinder (ich bin von 1968) sprachen übrigens seinerzeit nur vom “Gulli” oder “Gullifumtenteich”, wo wir uns verabredeten, und wo Einige vom Landesjugendheim zeitweise auch mal ein altes Rettungsboot vertäut hatten. Vielleicht um eine Ausrede zu haben, um in aller Ruhe im Gebüsch rauchen zu können? In’s dünne Eis einbrechen – das ging auch ohne Schlittschuhe – musste wohl sein, um die Saison einzuleiten oder ggf. auch auszuläuten…. Macht Mütter nicht glücklich- muss aber sein, oder?

Das andere Ereignis war natürlich historisch bedeutsamer :)). Ich wurde in Ermangelung anderer Spieler als Mitspieler beim Eishockey rekrutiert. Mit in der Mannschaft war Jürgen Drews!! Ja, Jürgen Drews!!!. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen.


Von Paulihof aus ging es dann eigentlich immer in Richtung Wickeltal, das unten im Kolonnenweg endet. Der Kolonnenweg beginnt ja schon im Wald (wo eigentlich, bei der Waldmühle?) und zieht sich bis zum Husumer Baum hin.

Wenn man sich noch im Wald befindet und dieses Protokoll liest, wird man ganz wirr im Kopf. Was sich da heutzutage alles im Wald tut…Ach so, aus dem “Waldhotel Stampfmühle” ist jetzt die “Seniorenresidenz Stampfmühle” geworden.

Wenn man aus dem Wald rauskommt, stolpert man über das Waldschlösschen, auch heute noch bestens bekannt und gerade erst von zwei prominenten Schleswigern besucht…:D

Und nun geht es weiter in Richtung Husumer Baum:


Aus dem Protokoll über die Sitzung des Bau- und Umweltaussschusses am 20. Januar 2004 im Plessenhof, Gartensaal:

Herr Wilhelm Jöns, Pulverholz, bedankt sich dafür, dass die Stadt Schleswig durch entsprechende Bauleitplanung Bebauungsmöglichkeiten für das Ziegeleigelände geschaffen habe. Hinsichtlich der heute anstehenden Entscheidung über die Straßennamenvergabe (Punkt 7 der Tagesordnung) regt er mit kurzer Schilderung des historischen Hintergrundes die Benennung “Pulverholzer Ziegeleiweg” an.

(Update: Die Gaststätte “Zur Ziegelei” lag in Hüsbygaard, nördlich der “Brauteiche” und hat m.E. mit der Ziegelei in Pulverholz nichts zu tun)

Hanns Mieschendahl:

…Blick durch lodernde Flammen auf die Ziegelei am Kolonnenweg: Nahm das Schilf überhand, reichte damals zur umweltgerechten Entsorgung glücklicherweise noch ein Streichholz…





Hanns Mieschendahl:

Foto links: die Rückseite vom Kolonnenweg, wo heute der Ansgarweg verläuft – unser Fensterblick damals so aus dem Melkstedtdiek.



Der Melkstedtdiek vom Husumerbaum aus mit dem Fussballplatz im Rücken, ca. 1960, sichtbar Stromleitung – immerhin schon Wechselstrom – und Telefonleitung als Freileitungen auf jeweils einer Strassenseite, der Melkstedtdiek noch nicht asphaltiert. Die freien Grundstücke wurden in Erbpacht auf 99 Jahre mit den zeittypischen Häuschen bebaut: Die Gesamtkosten für solch ein Einfamilienhaus lagen bei DM 20.000 – aaaber, Eigenkapital von 10% musste vorher nachgewiesen werden: DM 2.000, fürn Lehrer eine unvorstellbare Hürde…

Oben am Kolonnenweg gabs dann einen Konsum-Laden, so dass wir nicht mehr zum Husumerbaum-Ende gegenüber der Bugenhagen-Schule wanderten. An das Geschäft auf meinem Foto habe ich keine wirkliche Erinnerung, eingekauft haben wir so nah wohl nicht. Im Konsum hatten wir uns als “Genossen” eingekauft und bekamen Rabatt. Manche rümpften darob damals in Schleswig noch ihre feine Nase.



Foto rechts oben: Die ehemalige Tongrube am Kolonnenweg – im Hintergrund die noch in Betrieb befindliche Ziegelei (Foto ca. 1988 aus “Kleiner Umweltführer der Stadt Schleswig, 1989″)

Hanns Mieschendahl…

…der – vor so 50 Jahren – mal wieder an dem Kleinbahngleis hinter Oellerking entlangging, um direkt neben dem Trampelpfad diese sandaufwirbelnde Quelle abzulichten (in der Erinnerung, also mit gebührender Vorsicht!, ca. 1/2m Durchmesser). Die ganze Ecke ist wohl mit Entwässerung zum Busdorfer Teich ziemlich quellig…

(Admin: Die Quelle passt so gut zum Feuer, auch wenn sie nicht im Wald liegt…)



Und dieser Wald (mit Springbrunnen) ist von 1901!


Hier wiederum befinden wir uns im Jahr 1910 – in der Reitallee.


Paulihof, Sommer 2009 (Foto aus einem YouTube-Film herauskopiert)


Ansichten: 2451 Strassen: ,