Admin: Dieser Eintrag hat sich im Kommentarbereich zu einer “Pinwand” für Meinungsäußerungen zum ehemaligen Landesjugendheim entwickelt. Der Admin behält sich vor, ggf. Kommentare zu kürzen oder auch zu löschen.

(Dieser Schleswiger Wald ist von 1910!
– wir haben aber auch noch einen von 1901 – s.u.)
Das Bundesministerium für Gesundheit:

…Wir gingen die Königsallee weiter aufwärts entlang der in Terrassen angelegten barocken Gartenanlage. Nach weiteren 350 Metern bogen wir nach links in den Wald und gingen bergauf zum Paulihof. Oben angekommen, genossen wir den weiten Blick auf das Schloss, den Burgsee mit dem umgebenden Wald und den vor uns liegenden Barockgarten mit dem weißen Quader des Globushauses. 
Weiter ging es entlang der stillgelegten Anlage des Paulihofes. Nach 300 Metern erreichten wir einen der historischen Eingänge zum ehemaligen herzöglichen Tiergarten und stiegen nach links den tunnelartigen Weg in den Wald hinunter. Nach etwa 200 Metern ging der Weg über in einen historischen gepflasterten Waldweg, der ehemals für die Kutsche der Herzöge angelegt worden war. Wir erreichten die Stampfmühle…
Wir sind früher oft durch den Wald gegangen oder gefahren. Von der Angelner Straße durch die Schubystraße und dann bei den Hühnerhäusern in die Königsallee eingebogen und dann nicht runter zum Schloss, sondern rechts hoch in den Wald bei Paulihof, wo sich Benny Gutmann ja bestens auskennen müsste.
Oben von Paulihof aus, neben der “Jugenderziehungsanstalt” (hieß das wirklich so?), konnte man im Winter wunderbar mit dem Schlitten runtersausen. Unten landete man dann ungefähr da, wo heute das Globushaus steht.
Benny Gutmann: Die ” Jugenderziehungsanstalt ” hieß richtig Landesjugendheim Schleswig. Hier waren nur männliche Jugendliche im Rahmen der FE (Fürsorgeerziehung) und später auch der FEH (Freiwillige Erziehungshlfe) untergebracht.
Im Zuge der Novellierung der Jugendhilfe wurde die damals vor 10 Jahren noch bestehende geschlossene Einrichtung aufgelöst – die Jugendlichen kamen in die Obhut anderer Trägerschaften – und die gesamte Liegenschaft Königswill wurde von der Justiz übernommen. Jetzt befindet sich dort die “Jugendanstalt Schleswig“, im Volksmund auch “Jugendknast” genannt. Das Gebäude Paulihof hinter oder neben der Kreisberufsschule ist leer und soll angeblich zu einer Senioreneinrichtung umgebaut werden.
Auf dem Stadtplan von heute ist ein “Eisteich” verzeichnet. Das wird wohl der Nachfolger des Teiches sein, auf dem wir, wenn es kalt war, Schlittschuh gelaufen sind (auf diesem Stadtplan gibt es auch schon einen “Eisteich”).
An zwei Ereignisse kann ich mich erinnern:
An der einen Seite des Teiches war das Eis dünner, wahrscheinlich weil dort eine Quelle war. Dort durfte man nicht hinlaufen. Und genau da bin ich eingebrochen und bis zum Bauch im Wasser verschwunden. Es war sch…kalt. Ich bin mit dem Fahrrad nach Hause in die Angelner Stasse gefahren. Meine Mutter war vermutlich nicht begeistert.
Jochen Meyer: Im besagten Teich haben wir 1974-78 Sonnenbarsche fangen kønnen; exotische Fische/Zierfische, die angeblich wohl aus Amerika eingeführt worden waren. Vor ca. 5 Jahren habe ich daher einmal einen sehr ehrgeizigen dänischen Forscher an das mittlerweile sehr versteckt gelegene Wasserloch geschickt (Ich wohne auch in Dänemark). Er kam aber ergebnislos zurück – ohne Barsch. Wollte es dann aber bei Gelegenheit doch einmal wieder versuchen. Soweit ich verstand, schreckte ihn der weite Weg ins südliche Ausland nicht ab – den fährt er sehr oft mal – nur um billig Bier einzukaufen, – oder zu trinken? Sich hinter der Sporthalle der Berufsschule einen kalten Barsch zu holen ist dabei wohl nur ein zusätzliches Vergnügen. Vielleicht sollte ich ihn mal bei Mutter Hansen vorbeischicken, zum Grog trinken???
Nun – mich würde mal interessieren, wie die Sonnenbarsche da seinerzeit in den Gottorfer Eisteich gelangt sind. Wer weiss was?
Wir Kinder (ich bin von 1968) sprachen übrigens seinerzeit nur vom “Gulli” oder “Gullifumtenteich”, wo wir uns verabredeten, und wo Einige vom Landesjugendheim zeitweise auch mal ein altes Rettungsboot vertäut hatten. Vielleicht um eine Ausrede zu haben, um in aller Ruhe im Gebüsch rauchen zu können? In’s dünne Eis einbrechen – das ging auch ohne Schlittschuhe – musste wohl sein, um die Saison einzuleiten oder ggf. auch auszuläuten…. Macht Mütter nicht glücklich- muss aber sein, oder?
Das andere Ereignis war natürlich historisch bedeutsamer :)). Ich wurde in Ermangelung anderer Spieler als Mitspieler beim Eishockey rekrutiert. Mit in der Mannschaft war Jürgen Drews!! Ja, Jürgen Drews!!!. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen.

Von Paulihof aus ging es dann eigentlich immer in Richtung Wickeltal, das unten im Kolonnenweg endet. Der Kolonnenweg beginnt ja schon im Wald (wo eigentlich, bei der Waldmühle?) und zieht sich bis zum Husumer Baum hin.
Wenn man sich noch im Wald befindet und dieses Protokoll liest, wird man ganz wirr im Kopf. Was sich da heutzutage alles im Wald tut…Ach so, aus dem “Waldhotel Stampfmühle” ist jetzt die “Seniorenresidenz Stampfmühle” geworden.
Wenn man aus dem Wald rauskommt, stolpert man über das Waldschlösschen, auch heute noch bestens bekannt und gerade erst von zwei prominenten Schleswigern besucht…:D
Und nun geht es weiter in Richtung Husumer Baum:
Aus dem Protokoll über die Sitzung des Bau- und Umweltaussschusses am 20. Januar 2004 im Plessenhof, Gartensaal:
Herr Wilhelm Jöns, Pulverholz, bedankt sich dafür, dass die Stadt Schleswig durch entsprechende Bauleitplanung Bebauungsmöglichkeiten für das Ziegeleigelände geschaffen habe.
Hinsichtlich der heute anstehenden Entscheidung über die Straßennamenvergabe (Punkt 7 der Tagesordnung) regt er mit kurzer Schilderung des historischen Hintergrundes die Benennung “Pulverholzer Ziegeleiweg” an.
(Update: Die Gaststätte “Zur Ziegelei” lag in Hüsbygaard, nördlich der “Brauteiche” und hat m.E. mit der Ziegelei in Pulverholz nichts zu tun)
Hanns Mieschendahl:
…Blick durch lodernde Flammen auf die Ziegelei am Kolonnenweg: Nahm das Schilf überhand, reichte damals zur umweltgerechten Entsorgung glücklicherweise noch ein Streichholz…


Hanns Mieschendahl:
Foto links: die Rückseite vom Kolonnenweg, wo heute der Ansgarweg verläuft – unser Fensterblick damals so aus dem Melkstedtdiek.

Der Melkstedtdiek vom Husumerbaum aus mit dem Fussballplatz im Rücken, ca. 1960, sichtbar Stromleitung – immerhin schon Wechselstrom – und Telefonleitung als Freileitungen auf jeweils einer Strassenseite, der Melkstedtdiek noch nicht asphaltiert. Die freien Grundstücke wurden in Erbpacht auf 99 Jahre mit den zeittypischen Häuschen bebaut: Die Gesamtkosten für solch ein Einfamilienhaus lagen bei DM 20.000 – aaaber, Eigenkapital von 10% musste vorher nachgewiesen werden: DM 2.000, fürn Lehrer eine unvorstellbare Hürde…Oben am Kolonnenweg gabs dann einen Konsum-Laden, so dass wir nicht mehr zum Husumerbaum-Ende gegenüber der Bugenhagen-Schule wanderten. An das Geschäft auf meinem Foto habe ich keine wirkliche Erinnerung, eingekauft haben wir so nah wohl nicht. Im Konsum hatten wir uns als “Genossen” eingekauft und bekamen Rabatt. Manche rümpften darob damals in Schleswig noch ihre feine Nase.
Foto rechts oben: Die ehemalige Tongrube am Kolonnenweg – im Hintergrund die noch in Betrieb befindliche Ziegelei (Foto ca. 1988 aus “Kleiner Umweltführer der Stadt Schleswig, 1989″)

Hanns Mieschendahl…
…der – vor so 50 Jahren – mal wieder an dem Kleinbahngleis hinter Oellerking entlangging, um direkt neben dem Trampelpfad diese sandaufwirbelnde Quelle abzulichten (in der Erinnerung, also mit gebührender Vorsicht!, ca. 1/2m Durchmesser). Die ganze Ecke ist wohl mit Entwässerung zum Busdorfer Teich ziemlich quellig…
(Admin: Die Quelle passt so gut zum Feuer, auch wenn sie nicht im Wald liegt…)

Und dieser Wald (mit Springbrunnen) ist von 1901!

Hier wiederum befinden wir uns im Jahr 1910 – in der Reitallee.

Paulihof, Sommer 2009 (Foto aus einem YouTube-Film herauskopiert)
Ansichten: 2451
Strassen:
Paulihof,
Wald