Reimers Gaststätte – wieder aufgewärmt

Lutz (23.3.2012): …und wieder hat eine Traditionsgaststätte ihre Tore geschlossen, in der sich Generationen von Schleswigern vergnügt haben. Ich spreche hier von der alten Gaststätte “Zum Stadtfeld” die vielen Schleswigern ein gastliches Haus gewesen ist.

Übernommen wurde sie – und wird z.Zt. entkernt – von einem Schleswiger Bestatter, der dort wohl sog. Abschiedsräume mit einem angegliederten “Beerdigungscafe” errichten will. So gesehen wird der eine oder andere vielleicht auch zukünftig nochmals die Räume betreten – wobei der Anlass dann doch eher traurig sein dürfte.

Dazu schreibt Torsten Hansen:

Guten Morgen,

das Thema “Reimers Gaststätte” liegt ja schon etwas zurück, und es waren ja viele Schleswiger und Butenschleswiger damit beschäftigt. Gestern abend fand ich zufällig im Buch “Schleswig in der Nachkriegszeit” von 1994 einen Artikel einer Schleswigerin (Leone Sindt) mit einem Foto von Reimers Gaststätte und das ist eindeutig das Sohrbecksche Lokal “Zum Stadtfeld”.

Dazu heißt es: “Meine Eltern und ich wohnten damals auf dem Stadtfeld, wo mein Vater von Januar 1940 bis Oktober 1954 Pächter der Gaststätte “Zum Stadtfeld” war.”

Somit stimmen also auch die Erinnerungen von Björn Fischer.
Wahrscheinlich ist das Anwesen am Gallberg der Vorgänger gewesen bis 1940? Ich schicke den Ausschnitt gleich als pdf-Datei.

Schönen Gruß
Torsten Hansen

Björn Fischer:

Was mir beim Lesen des Ausrisses noch einfällt:

Mein Großvater (Jahrgang ’20) hatte mir als Kind immer von Fußballspielen berichtet, die er gespielt hatte. Die Kinder und Jugendlichen hatten sich wohl in der Vorkriegszeit zu Mannschaften zusammengeschlossen, die ein wenig die Herkunft repräsentierten.

Er sprach gern von den Duellen “Stadtfeld” gegen “Schweineställe“.

Weiss jemand, wo sich diese Schweineställe befanden?

Karin Dibsi:
soweit ich mich erinnere waren die Schweineställe in der Königsberger Str. gegenüber der Dänischen Schule. Sie lagen ziemlich versteckt und wurden so genannt, weil es da sehr schmutzig war. Ich habe im Heisterweg gewohnt und bin auf meinem Schulweg daran vorbei gekommen. Meine Großeltern haben Reiferbahn 20 gewohnt und deshalb kann ich mich auch gut an den Gasthof erinnern. liebe Grüße Karin Dibsi

Update 16.12.08:

Sönke Hansen hat sich auf dieser Seite mit der “Kolonie” gegenüber der Dänischen Schule beschäftigt.


Hier (oben) ein Foto aus der Gaststätte aus dem Jahr 2000 (40jähriges Klassentreffen).

Sieht man auf dem Foto (l.) die Wirtin?

Lutz: ja, links sieht man die Wirtin – Theodora Sohrbeck-Greve, kurz Thea


Ansichten: 99 Stimmung: nostalgisch Strassen: ,

Das Rätsel zum Nikolaus

Das Foto (l.) ist heute (im Frühling 2012) reingeschneit. Es ist das Logenhaus “I.O.G.T.”.

Das Haus ist gerade neu gebaut worden. Die Ansichtskarte ist 1911 “gelaufen”. Nach Lutz‘ Ermittlungen handelt es sich um das Haus in der Schleistraße Nr. 38.

Wir haben ja schon dasselbe Haus auf einem anderen Foto (darunter, links). Ich kann das Haus “gefühlsmäßig” nicht in der Schleistraße verorten – daher bin ich auf der Suche nach weiteren “Beweisen”…

Jürgen Brandt: Hanns Mieschendahl hat bereits im August 2010 dieses Haus auf dem Luftbild mit dem Buchstaben “G” gekennzeichnet, das Nachbargebäude auf dem Bild links steht an der Bahnhofstrasse.

Admin: Ahhhhhh! Jetzt kann ich ruhig schlafen!!! 8O



Dieser Eintrag ist schon etwas eigenartig. Er wurde mal zum Nikolaus 2007 erstellt und zum Sommeranfang 2010 wieder “aufgewärmt” – und jetzt wieder zum Frühlinganfang 2012!

Nun stehen wir kurz vor dem Nikolaus 2010 und schon wieder kommt etwas “Neues” zum Thema “Loge”. Dabei geht es hier munter durcheinander, weil es einerseits um die Guttempler geht (I.O.G.T.) und andererseits um die Loge “Carl zur Treue”. Die beiden haben aber nichts miteinander zu tun… :roll:


Das hier ist jetzt das “neue” Foto frisch aus dem Internet. Der Anbieter schreibt: “AK Schleswig – J.O.G.T. Logenhaus, Kleinformat, ungelaufen um 1915″ – sonst nichts. Der Admin hat ja schon einige Übung, alte Häuser in Schleswig zu lokalisieren, hier fehlt ihm aber jeder blasse Schimmer. Hilfe ist also angesagt. Ist das Haus tatsächlich in Schleswig?

Kurz nach dem Sommeranfang 2010, mitten in der Fußball-WM und der Kieler Woche, hier etwas zum Nikolaus?

Aber nein!

Es ist nur ein Versuch, die Aufmerksamkeit der geschätzten Leserinnen und Leser des “Klassentreffens” zu erregen. Der Admin hat aus dem “J” (in Worten: Jott) ein “I” gemacht und schon lässt sich vielleicht das “Geheimnis” dieses Hauses (links und weiter unten) lüften?

Update: Es ist gelüftet!

Das Klassentreffen hatte ein Paar Schuhe (Nikolaus 2007) vor die Tür gestellt. In jedem Schuh steckte heute Morgen ein Rätsel:

Neben dem Foto befand sich ein Brief von Sönke Hansen:

…Soooo, aber nun zu meiner Frage. Seit gestern gibt es die Bushalle Stadtfeld nicht mehr, der letzte Gebäude-Teil wurde gestern platt gemacht.

Ich habe mir nun noch einmal die ersten Fotos angeschaut und bin ratlos bei einem Schriftzug, der sich auf der Rückseite des Gebäudes befunden hat.

Vielleicht weiß ja jemand, welche Bedeutung die Wortfragmente haben, viel kann man leider nicht mehr erkennen.

Noch am Nikolaustag kommt die Lösung von Benny Gutmann:

Diesen Schriftzug konnte man von der Reiferbahn aus sehen (schräg gegenüber von Sohrbeck).

M.W. hieß es “Luftsportverein“.

So viel wie ich weiß, durften die Deutschen nach dem Krieg keine Flugzeuge besitzen – der AERO-Club Schleswig sollte damals dort Segelflugzeuge untergestellt haben, Vorsitzender war m.W. Herr Voigt (Papier-Voigt).

Update von Benny:

der gesamte Schriftzug lautete

“Luftsportverein Nordmark”.

Zu “Adolfs” Zeiten soll dort eine SA oder NS Motorradstaffel (oder wie auch immer diese Gruppierungen hießen) gewesen sein

In dem anderen Schuh stand hochkant diese kleine Ansichtskarte, die der Nikolaus wohl in einer ganz alten Kiste noch liegen gehabt hat. Die Karte riecht etwas muffig. Man kann so etwas wie

Logenhaus J.O.G.T. 1914

entziffern. Ziemlich mysteriös, das. Ich mach mich auch mal auf die Suche. Die Loge in der Flensburger Straße ist es schon mal nicht…

Norbert Neidebock kennt einen Freimaurer: B)

Ich habe bei einem Eckerförder Freimaurer nachgefragt, der sich dann in Schleswig erkundigte.

Das alte Logenhaus stand oder steht zwischen der Gutenbergstraße und dem Theater (neben dem Eckhaus Gutenbergstr. oder noch eins weiter???). Das wurde während der Nazizeit konfisziert. Nach dem Weltkrieg II bekam die Loge dieses Haus nicht zurück, dafür als Ersatz das Haus in der Flensburger Straße. Mit der Postkarte und der Beschriftung konnte der Schleswiger allerdings auch nichts anfangen!


Admin:
Da streunt man so im WWW herum und findet ganz zufällig, dass “I.O.G.T” (nicht Jott!) die Abkürzung für die Guttempler ist.

Heute sind die Guttempler in Schleswig unter dem Namen “Haithabu” lt. Gugel im “Mehrgenerationenhaus” “Leuchtturmhaus” im Lollfuß 68 (neben der Lollfußtreppe) untergebracht. Dieses Haus (mittig der Admin :roll:) kann aber m.E. nicht das geheimnisvolle Logenhaus sein.

Zum Stichwort “Guttempler” schweigen sich sowohl Heinrich Philippsen als auch Theo Christiansen aus. Sollten die das Alkoholproblem mit Schweigen übergehen? :D

Auf der Seite der Guttemplergemeinschaft Haithabu findet sich noch diese Seite, die vielleicht von Interesse ist. Georg Asmussen aus Angeln besuchte die Domschule und war Leiter des deutschen Ordens der Guttempler. Na sowas! Hier noch eine Fundstelle.

Lutz Clausen:

…das alte Logenhaus – was auf der Postkarte abgebildet ist – befindet sich in der Schleistraße 38. Es ist das vorletzte Haus vor der ehemaligen “Schleihalle” – und es steht rechts von der Maß’schen Villa.
Dieses Logenhaus war nie das Domizil der Freimaurer – vielmehr beherbergte es neben den Guttemplern auch die Odd Fellow Loge – die Brüder der Schlei. Aufnahme in ihm fand auch die Rebekka Loge.

Torsten Hansen:

Moin, es müßte das Haus neben dem Stenoverein sein (auf dem Foto durch den Mast verdeckt). Lt. Theo Christiansen “Schleswig 1836-1945″: Für die Geschichte der Freimaurerloge “Carl zur Treue” war im September 1867 der Kauf des dem Herzog Carl zu Glücksburg gehörenden Hauses Lollfuß 53 ein entscheidendes Ereignis.

Aus den SN vom 5.1.2005:

Herzog Carl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg – wie sein Großvater Carl von Hessen ein überzeugter Freimaurer – war Namensgeber einer neuen Schleswiger Loge, die 1867 aus der Taufe gehoben wurde: die Johannis-Loge „Carl zur Treue“. Er stellte den Freimaurerbrüdern das Grundstück Lollfuß 53 für den Bau eines Logenhauses zur Verfügung. Heute wird das Gebäude von der Verwaltung des Landestheaters genutzt. Die nach wie vor aktive Loge verfügt seit 1952 im Hause Flensburger Straße 5 wieder über ein eigenes Domizil.

(Das Foto ist aus dem Band 41 (1996) der Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte entnommen. Der Text zum Foto lautet: “Altes Logenhaus bis 1955 im Lollfuß”)

Aus der Festschrift “100 Jahre Johannisloge “Carl zur Treue” Schleswig” von 1967 (die für meinen Geschmack ziemlich öde zu lesen ist) habe ich drei Sachen herauskopiert – nämlich diese:

Wir sehen den Garten zum Grundstück Lollfuß 53 (großes Foto). Auf dem kleinen Foto li. handelt es sich wahrscheinlich um denselben Garten…


“Die Schwestern hielten unter der Leitung von Schwester Terno und später Schwester Backe ihre Kränzchen-Nachmittage ab”

Brüder der Loge am Tage der Zwangsauflösung am 8. Januar 1934 (links).

Diese Herrschaften aus dem gleichen “Stall” waren schon mal Gegenstand eines Herbsträtsels…


Noch zwei Logenhäuser der Guttempler

Jürgen Brandt: Hans Mieschendahl hat bereits im August 2010 dieses Haus auf dem Luftbilbild http://gerdtams.de/972/ mit dem Buchstaben “G” gekennzeichnet, das Nachbargebäude auf dem Bild LogenhausJOGT1914.jpg steht an der Bahnhofstrasse.


Ansichten: 501 Strassen: , , ,

Die Luftbilder des Pastor Körber oder auch: “Neues aus dem Rathaus”

Tolle Fotos von Wiebke Siemen – ganz am Ende…

(Neu: ein Foto aus dem “Pappkarton” von Merle)

Aus aktuellem Anlass wieder “auf Seite Eins”: Lt. SN von heute, dem 3.2.2010, wird im Rathaus in einer “Arbeitsgruppe Peermarkt” darüber beraten, ob der Peermarkt evtl. abgeschafft wird (dieser Eintrag hier wurde übrigens bis heute schon 6184 mal angeklickt).

Ein Vorschlag von Norbert! :D
Lutz weiß was fehlt: Festzelte mit Livemusik


SN vom 4.2.2010:

…Die Stadtverwaltung sucht nun nach einem neuen Veranstaltungsort. „Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass das Stadtfeld für den Markt in seinem jetzigen Umfang zu groß ist“, sagte Dahl.

…„Wir müssen jetzt klären, welche Plätze für den Peermarkt überhaupt in Frage kommen“, erläuterte Dahl. Dabei geht es auch um die Bodenbeschaffenheit. Der Jahrmarktsplatz muss ein schweres Karussell tragen können.

Admin: Hier im “Klassentreffen” eröffnen wir doch mal einen Ideenwettbewerb:

Wo, bitteschön, kann ein schweres Karussell stehen?

Auf den Königswiesen? Nee – Modder! Auf dem Netzetrockenplatz? – Nee – Modder! Da wo die Gesundheitstherme gebaut werden soll? – Jaaa – kein Modder! (Schulligung – waren ja nur Vorschläge…:oops:)

Admin: Ein Zitat:

Der 411 Jahre alte Peermarkt wird sterben – wer will sich auch dort aufhalten, wo Du Dich wirklich fragen kannst, wo die Gestalten – die sich dort vorwiegend tummeln – herausgekrochen sind.

Diese Meinung verstößt gegen die “political correctness”, ist aber dennoch richtig!

Dieser Eintrag erscheint “aktualisiert” mit zwei Luftbildern von 1985 (bitte nach unten “scrollen”, wie man auf neudeutsch sagt :D)

Ich behaupte mal, dass die von Sönke Hansen im Stadtarchiv “ausgegrabenen” Luftbilder des Pastor Körber im Klassentreffen noch häufiger angesprochen werden. Hier noch mal Sönke in einer Email an das Klassentreffen:

…das sind drei Bilder von Pastor Körber. Sogar der Herr Ritter (war zufällig auch im Archiv an dem Tag) war begeistert von den Aufnahmen. Der Herr Thiele vom Archiv hat mich gefragt, woher ich das mit den Fotos gewußt habe, ich habe ihm gesagt, daß das alles in den Findbüchern steht…

Beim “Plaudern im Stadtarchiv” nannte es Sönke auch “traurig”, dass so interessante Dinge einfach im Stadtarchiv (im richtigen :D) verschwinden und nur durch Zufall bzw. gründliches Lesen in den Findbüchern wieder zu Tage treten. Sönke sagte auch noch, dass noch mehr Luftbilder im Stadtarchiv “ruhen”. Einfache Abzüge würden aber 5 Euro das Stück kosten, das Format A3 sogar 20 Euro. Dazu fiel mir spontan die Bezeichnung “Gangster” ein.

Sönke Hansen:
Korrektur: Im Stadtarchiv kosten Abzüge von Fotos 5 Euro, bis Din A4, da die Mitarbeiter die Fotos selber einscannen. Das DinA3 Bild liegt bei 20 Euro, wird aber von einem Fotografen reproduziert, das macht das Archiv nicht selber. Ein weiteres Problem ist – wie immer – das Urheberrecht. Aber im Fall des mittlerweile verstorbenen Pastor Körber wäre es wirklich sehr schade, wenn niemand mehr etwas von diesen tollen Luftaufnahmen hat. Ich denke, durch eine Veröffentlichung wird seine Mühe und Arbeit auch gewürdigt.

Hier nun zwei Ausschnitte aus diesem und diesem Luftbild (Achtung: Google-Maps) bei Sönke Hansen:


Da tut sich etwas auf dem Stadtfeld – und zwar ganz gewaltig! Das sieht, finde ich, weder nach Zirkus noch nach Peermarkt aus. Was war da los im Jahre des Herrn, AD 1950?
(1950 war ich 6 Jahre alt, fällt mir gerade ein :D)

Norbert Neidebock:

Es war schon Peermarkt:yes:

NUR: Der Peermarkt wurde mit einer (Haushalts?-)Messe verbunden, wenn ich mich nicht irre, sogar zwei Mal!
Ich war da mit meiner Mutter drin und kann mich allerdings nur noch erinnern, daß ein Mann einen Mixer vorführte und ganze Eier in den Mixbecher reinwarf.
Dazu sagte er auf das erstaunte “Ohhhh” der Hausfrauen, daß es gut für den Knochenbau sei und es nix gesünderes gäbe!:>> Anschließend durften die Frauen einen “wähnzigen Schlock” (aus dem Film: Feuerzangenbowle) Eierlikör zu sich nehmen. Dazu nickten alle höchst anerkennend;D
Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob die Eier gewaschen waren oder nicht. Aber damals wurde sowieso weniger Gedööns um die “Hyggenie” gemacht.

(Das Foto oben rechts aus dem Buch “Schleswig 1945-1968 Eine Fotodokumentation, 1989″ ist aus dem Jahr 1951. War das auch mit “Messe”? Was meinst Du, Norbert?)

Das kann man schlecht sagen, ob mit oder ohne Messe. Damals gab es viele und auch große Bierzelte mit der entsprechenden Musi. Auf dem Foto von 1951 sieht man ja mehrere Dächer parallel.

Aber die “Fahrt zum Mond” und die Würstchenbude standen fast immer an der gleichen Stelle.
Naja und Winters Raupe spielte ja Ende der 50er Rock and Roll und Todifrodi für die Jugend. Was sollten da die Erwachsenen mit Rudi Schuricke und Gerhard Wendland, mit den Caprifischern und dem Lachenden Vagabunden???

Außerdem, wenn das Verdeck runter war, tauschte man die ersten Knutscher aus. Da störten die Erwachsenen nur!:P



Aus den Tiefen des Internet:

PFERDEMARKT (Peermarkt, Aegidimarkt) Termin: Vom 1. bis zum 2 Sonntag im September. 1598 wurde der Stadt Schleswig ein Krammarkt (Ägidienmarkt) auf dem Platz des heutigen Rathausmarktes genehmigt. Gleichzeitig wurde schon damals auf dem heutigen Gallberg ein Pferdemarkt abgehalten. 1826 zogen dann beide Märkte auf das Stadtfeld um, und schon bald kamen Schaubuden, Marionettentheater, Tierschauen und Zauberkünstler dazu. Mit 16 Wein- und 14 Bierzelten im Jahr 1900 wurde der Markt so eng, daß der Pferdemarkt 1932 abgetrennt und zur Königstraße verlegt wurde.

Jochen Meyer: Das stimmt wohl nur z.T.: Einen Viehmarkt am unteren Gallberg hat es nämlich noch 1929/1930 gegeben. Einer meiner Grossväter, der damals 18/19 jahre alt war, erzählte mir, wie teuer ein Ei damals war; (hier weiterlesen!)

Heute findet das Volksfest mit Schaustellern und Karussells wieder auf dem Stadtfeld statt und wird durch eine Ansprache des Bürgermeisters eröffnet. In kleinerem Rahmen gibt es am Freitag auch noch einen Pferdemarkt.

(Das Foto oben links ist auch aus dem Buch “Schleswig 1945-1968 Eine Fotodokumentation, 1989″ und ebenfalls aus dem Jahr 1951. Es zeigt den Pferdemarkt an der Königstraße.)

Sönke Hansen hat nochmal bei sich zu Hause gesucht und etwas gefunden. Ein Heft “Schleswig” aus dem Jahr 1958 und das Heft Nr. 9/1963 der “Schleswiger Monatshefte”:

Man nehme sich etwas Zeit (offenbar hatte man 1958 auch mehr Zeit) und lese aus den Zeilen die Vorfreude der Schleswiger auf den kommenden Peermarkt heraus. Als besondere Attraktion wird der Liliput-Zirkus angekündigt.
Eine Kleintier-, Blumen- und Haushaltsgeräteschau zusammen mit dem Peermarkt wird es aber nicht geben. Das wollen die Markbesucher nicht mehr…


Die Begeisterung für den Peermarkt ist auch noch 1963 vorhanden. Allerdings wird leicht kritisch angemerkt, dass man einen gewaltigen Radau ertragen muss und dass Erwachsene keinen Zutritt zur Raupenbahn bekommen… Rechts britische “Besatzer” mit dem furchterregenden Eisbären…

Peermarkts-Ballade
(aus den Schleswiger Monatsheften 09/1966)

Man empfindet stets Verdruß
wenn der Sommer scheiden muß.
Schleswig hat dabei das Plus
Fröhlichkeit vor Toresschluß,
eine Woche Marktgenuß.
Alle kommen, ob zu Fuß,
ob per Auto oder Bus.
Ihnen als Willkommensgruß:
Peermarkt ist es, liebe Leute,
auf dem Stadtfeld schon ab heute!

Es ist wirklich kaum zu fassen:
Weltraumflüge, Untertassen,
Autorennen aller Klassen,
Pferdchen, ganz verschied´ner Rassen.
Luftballone fliegen lassen.
Süße Dinge gibt´s in Massen.
Rubel roll´n in Peermarktskassen
und es heißt in allen Gassen:
Peermarkt ist es, liebe Leute,
auf dem Stadtfeld schon ab heute!

Hier die neu´sten Hits erklingen,
dort kann man das Tanzbein schwingen.
Außerdem gibt´s Boxen, Ringen.
Tolle Girls vor allen Dingen
tüllumwölkt Revue darbringen,
hüfteschwinkend dabei singen
und das Publikum bezwingen.
Da kann man im Chor nur singen:
Peermarkt ist es, liebe Leute,
auf dem Stadtfeld schon ab heute!

“Hauptgewinn noch drin, na klar!”
ruft es laut und offenbar
Teddys gibt´s in Mengen gar,
Klimperpuppen, schwarzes Haar,
halten Ausschau nach “Mama”.
Kinder schreien laut: HURRA,
Kasperle ist wieder da!
Jubel, Trubel und Trara:
Peermarkt ist es, liebe Leute,
auf dem Stadtfeld schon ab heute!

Tja, damals ging es heiß her….

in dem Sinne
Stephanie

Dies hier könnte ein Foto von Theo Christiansen aus dem Jahr 1976 sein, das er für “Land un Lüüd”, für das er auch den Text geschrieben hat, fotografiert hat:

Wir springen jetzt in das Jahr 1985:

Beide Bildausschnitte stammen aus dem Buch “Schleswig in Luftbildern” von Dietrich Weldt. Er schreibt im kurzen Vorwort:

Die Fotos zu diesem Luftbildatlas der Stadt Schleswig stammen aus dem Monat Juni 1985…

Ich muss gestehen, dass ich bei diesen beiden Fotos ins Grübeln gerate. Zwei Fragen – mindestens:

Sehen wir auf dem zweiten Foto den Dommarkt oder den Peermarkt? Der Dommarkt findet immer im Mai statt (immer?) und der Peermarkt im September (immer!). Also kann das Foto nicht von Juni 1985 sein!

Was sehen wir da auf dem ersten Foto? Wieder die Norbert’sche Haushaltsmesse? :roll: Oder wie oder was??

Zufall!!: In den SN vom 29.10.2009 wird angesprochen, dass der auf beiden Fotos gut sichtbare Kindergarten (der Klotz mit dem Flachdach) evtl. saniert und anschließend abgerissen wird (für den Edeka-Markt Ecke Berliner- / Breslauer Straße).

Noch’n Zufall: Gestern (am 2.2.2010) wurde in den SN von einem Streit zwischen CDU und SPD berichtet. Die CDU befürwortet den Bau eines “Nahversorgungszentrums” zwischen Stadtfeld und Schubystraße. Die SPD möchte stattdessen das Kindergartengebäude sanieren…(Genaueres bitte in den SN nachlesen).

SN vom 4.2.2010: „Wenn wir einen Pächter für die Breslauer Straße haben sollten, würden wir das Verfahren für das Nahversorgungszentrum stoppen.“ Der SPD hielt er vor, dass kleine Märkte wie die zur Debatte stehende Edeka-Filiale wirtschaftlich nicht zu führen seien. „Das müssen Sie endlich mal verinnerlichen.“

Das sagt der Admin dazu: Meine Mutter hat in der Breslauer Straße direkt hinter Edeka gewohnt. Sie war schon dement, war aber nach dem Tod meines Vaters daran gewöhnt, mal kurz über den Hof zu gehen, und bei Edeka einzukaufen. Es war zwar nur Toast, Kaffee und Zeugs aus Dosen, wie wir leider sehr spät feststellen mussten. Ein “Nahversorgungszentrum” wäre für sie unerreichbar fern gewesen.

Ich finde diese zweckgebundene Terminologie zum Kotzen. Wieso denken diese kleinkarierten Lokalpolitiker, sie könnten die Leute bescheißen, nur weil sie ein neues Wort erfinden:

“Nahversorgungszentrum.”

Meine Vermutung ist, dass eine Klientel mal wieder ‘ne Mark verdienen will.

“Was scheren uns die Leute, die sind stumm.”

Merkt man ja auch im “Klassentreffen”!


Warum dieses Foto? Ganz einfach! Es wurde ein uraltes Fachwerkhaus abgerissen, in dem sogar die Holmer in alter Zeit ihr Fest gefeiert haben. An die Stelle ist ein Autohaus getreten. Das ist dann wieder abgerissen worden und durch Wohnungen für wahrscheinlich gutsituierte Bürger ersetzt worden.

Ich denke mal, dass die Ratsversammlung für all diese Maßnahmen jeweils gute Begründungen gefunden hat!

Aus dem Album der Familie Süße ist noch etwas zum Peermarkt “reingekommen”…


Wiebke Siemen: Vor der Haustür Lange Str 11, danach anscheinend Besuch des Peermarktes würde ich schätzen. Scheinbar im Sommer 40 aufgenommen. Leider stehen bei allen Fotos keine genauen Angaben.

Admin: Tolle Fotos, vielen Dank Wiebke!


Ansichten: 410 Strassen: ,

Reingeflattert…

…ins Klassentreffen. Diese Zeremonie um die Fahne herum wird ja wohl auf der Freiheit sein. Wenn man sich Sönkes Seite ansieht, passt das. Oder?


Und so fing der Schlamassel an. Mit den Worten “Schleswig politischer Aufmarsch 1932″ findet sich dieses Foto im Web. Die Typen von der SA (nehm ich mal so an) warten darauf, vom Gauleiter (oder so) abgeknutscht zu werden, und die Bürger gucken sich das unter dem wohlwollenden Schutz der Polizei an. Die Ehefrauen geben ihren Männern einen Knuff in die Seite: “Willst du nicht auch in die Partei Peter, guck mal, unser Nachbar ist da auch schon drin…”.

Erkennt jemand die Örtlichkeit?

Norbert Neidebock hat sich mächtig ins Zeug gelegt:

Ich plädiere für das Stadtfeld!


1. Die Straße ist auf der gleichen Höhe wie der Aufmarschplatz.
2. Die Zuschauer links stehen unwesentlich höher.
3. Das deckt sich mit dem Viehmarktplatz.

Gerd Tams: Auch auf Sönkes Karte ist ein kleiner Abhang zum Viehmarktplatz zu sehen…

4. Es stehen dort auch 2 Häuser (schwer zu sehen), die das Altersheim sein können???
5. Das weiße Haus links oben kann in der Feldstraße stehen (dort stehen heute noch solche)
Ich hänge dir 2 Fotos (aus der Reihe “Archivbilder Schleswig”) von 1934 an, die von Süden aus gemacht worden sind. Im linken Foto ist die Kamera mehr nach Osten ausgerichtet, rechts mehr nach Westen.

Das Alleestadion und den Jahnplatz schließe ich aus. Das Stadion ist rechts was höher, man muß eine Treppe hochgehen, um es von der Suadicanistraße aus zu erreichen und der Jahnplatz geht an den Seiten schräg nach oben zu.

Jochen Meyer schickt uns ein Foto des Peermarkts von 1957, das ein wesentlich erfreulicheres Bild vom Stadtfeld zeigt :D

(Das Bild ziert das Septemberblatt des Heimatkalenders 1958 von Alfred Reimer / Moldenit)

Lutz Clausen und Wolfgang Kather habe in den Kommentaren schon spekuliert, bevor Norbert seine obigen “Thesen” vorgestellt hat.


Stehen diese Soldaten auf dem Stadtfeld? Die Wohnhäuser im Hintergrund könnten an der Feldstraße stehen. Aber die großen Häuser rechts kann ich (noch) nicht so recht realisieren…

Alsooooo…, Heinrich Philippsen sagt [1923]: Das in der Nähe [Admin: des Stadtfeldes] liegende städtische Armenhaus steht auf dem einstigen “Gymastik”-Platze, der für das dänische Militär hier angelegt war. Es ist Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erbaut, nachdem das auf dem Domziegelhof stehende gleichartige Gebäude um diese Zeit durch Feuer zerstört worden war…

Bei Sönke sieht man auf diesem Luftbild von 1924 die Häuser am unteren Bildrand.


Ansichten: 81 Strassen: ,