
…soll es nach dieser Karte von 1950 (vielen Dank, Sönke) einen Fußweg gegeben haben, der bei Fiete Böttcher anfing und dann im Bogen ein paar hundert Meter weiter, wieder im Moldeniter Weg mündete.
Ich kann mich an diesen Weg nicht mehr erinnern. Wir sind aber von der St. Jürgener Straße 21 (neben Drei Kronen) auf den Acker auf der anderen Straßenseite geklettert und haben weiter unten Äpfel geklaut. Vielleicht hatte ja Norberts Großvater dort einen Garten und hat uns dabei erwischt?
Sönke Hansen:
Nach Angaben meines Vaters verlief da ein Trampelpfad, an der ehemaligen Müllkippe der Anstalt vorbei. Die Müllkippe war dort, wo heute die Stoll-Neubauten stehen und wo der Sportplatz ist. Die Häuser stehen sozusagen auf LKH-Müll.
Der Sportplatz ist nichts weiter als ein mit Müll zugeschütteter Teich, auf einigen Karten ist dieser Teich als Brandteich vermerkt.
Norbert Neidebock:
Nööö!!! Da war keiner. Mag sein, daß später dort sich ein Weg (Trampelpfad) entwickelt hat. Ich bin 1967 dort weggezogen. So wie in der Karte der Weg, der hinter Klinker wieder einmündete, war keiner vorhanden. Hinter der Scheune (das kleine Bild) war die Schweinekoppel und östlich davon die Müllhalde mit dem Teich und Wiecheln (Weiden). Wir haben dort oft gespielt!
Nicht nur an das “Indianerfest am Brautsee” erinnert sich Uwe C. Christiansen, sondern auch noch an diesen Abenteuerspielplatz (2 x klicken!):

Norbert Neidebock hat zum Abenteuerspielplatz einige Anmerkungen…
Hier noch zwei Geschichten vom Brautsee, von Uwe C. Christiansen:

Bei der Betrachtung der Karte St. Jürgen fiel mir eine alte Geschichte ein, die sich etwa um 1946/47 herum, zugetragen haben muss…

…Eines Tages brachte einer unserer Spielkameraden drei große Blech-Benzinkanister mit…
Am 18. Dezember 2008. erhielt das “Klassentreffen” das folgende Geschenk zur Adventszeit mit dem knappen Text:
…anbei eine kleine Fleißarbeit von Norbert und mir…

Kommentar zur Karte St. Jürgen
oder wie Norbert Neidebock es sagt:
Alles so um 1950
Norbert und ich haben versucht, den Plan St. Jürgen um 1950 mit etwas Leben zu füllen. Hier sind die Ergebnisse; dabei konnte Norbert sich an Einzelheiten erinnern die von Punkt 1 – 10 reichen, während ich versuchte den Rest zu beschreiben.
Allgemeines: der Moldeniter Weg und die Klensbyer Str. waren damals unbefestigte Wege. Die letzte Laterne der Straßenbeleuchtung stand damals etwa in Höhe des Hauses Moldeniter Weg 3. Es wohnte damals
1 Im Hufeisen, Seite Moldeniter Weg:Karin, Egon und Manfred (oder Hellmut)? Harder mit Eltern, Harald Maser mit Eltern.
In der Mitte:
der Betreiber der Firma nacheinander: Eierverwertung / Bonbonkocherei / Fellerei (Felleverwertung)
An der St. Jürgener Str:
Eckhardt Hackbarth mit Eltern Mutter und Tochter (Name)? Hackbarth war ein bedauernswerter, alter Mann. Er arbeitete in der Sandkuhle. Als Steineklopfer hat er an unserem Wohnhaus die Natursteinmauer am Bürgersteig erstellt.Angelika Linke mit Mutter.
Am Platz Moldeniter Weg 1:
Die oben aufgeführten Firmen (wann welche drin waren)?
2Moldeniter Weg 1:
Auf dem Dach ein belegtes Storchennest, darunter der Eigentümer Kraft oder Held Schlüter, eine Flüchtlingsfrau mit Tochter (2 – 3 Jahre älter als Norbert), Uwe Carstensen mit Eltern.
3Moldeniter Weg 3:
Mit Kaufmannsladen. Dieser wurde anfangs von Ella Thäsler (Schwester von Heini) betrieben. Sie schlief in einem Zimmer mit deren Mutter. Der Mann von Ella war in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrte erst Mitte der 50er Jahre zurück (Adenauers Besuch in der UdSSR). Anm. UCC. Bei der Ankunft am Bahnhof Schleswig wurde der Spätheimkehrer von einer offiziellen Delegation empfangen und anschließend von der Polizei in den Moldeniter Weg eskortiert. Als er von seiner Frau vor dem Haus empfangen wurde, war der halbe Moldeniter Weg zusammen gelaufen. Wolfgang Möller mit Vater Heini (hatte nur einen Arm) und Mutter Lotte.Uwe C. am 11.3.2009: …Die Sache mit dem Spätheimkehrer im Moldeniter Weg ließ mir keine Ruhe. Es verhält sich so, dass ich mich noch sehr genau an den Tag erinnern kann an dem besagter Richard Thäsler mit einer Polizeieskorte im Moldeniter Weg ankam und zunächst von einer älteren Frau in die Arme geschlossen wurde. Zu eben dieser Situation kam ich zufällig hinzu da meine Mutter mich zum Einkauf in das Lebensmittelgeschäft im Moldeniter Weg geschickt hatte. Ich war damals 13 Jahre alt und verstand nicht, wieso so viele der anwesenden Menschen auf der Straße weinten…




(Uwe C. hat nicht geruht, bis er die obigen Ausschnitte aus den SN beisammen hatte…)
Im gleichen Haus oben: Flüchtlingsfrau Name unbekannt, sie schielte extrem. Christiane genannt Puppa Weiß mit Mutter Trude (Schwester von Lotte), Tante und Oma.
An der Straße in einem Schuppen, die eigentliche Tischlerei Böttcher. Hier war, bevor es die Gallbergschule gab, eine Schule drin.
4Moldeniter Weg 5:
Norbert und Uta Jürgensen mit Eltern;
Moldeniter Weg 7:
Norbert Neidebock mit Mutter Opa und Tante, vorne in einer Reetdachkate, es regnete da durch,Adolf Rehm, genannt der “Kleine Meister“ der der Bruder von Norberts Opa war.
5Reimers Bauernhof,
Eignerin Anni Reimer Wwe. Frau von Peter Reimer, gefallen im 2. Weltkrieg. Sie hatte meist zwei Knechte und zwei Mägde und natürlich Fuddel. Oben im Wohnhaus waren noch div. Flüchtlinge untergebracht, u. a. Frau Munninger, deren Mann sich im Knick an der Reimer’schen Pferdekoppel erhängte.

Hier ist Fuddel. Ein sehr schönen Foto, eingesandt von der “Brautseeindianerin” Carmen Bischof (über Uwe C.)- vielen Dank!
6Abnahmehaus Reimer,
Elli und Adolf Reimer, Bruder von Peter Reimer mit Mutter, die ca. 1950 starb und mit allem Gedöns, geschmückter Pferdewagen, zu Grabe getragen wurde.
7Hannelore und Peter Wiek mit Eltern und Oma.
8 Kai Petersen mit Eltern und Schwester, der Vater war Lehrer an der Domschule.
9Großes Reetdachhaus,
vorne Klaus Poppenhusen mit Mutter, Oma und Opa (Poppehuke), hinten Erich und Ulla Wohler mit Vater.
10Eine Villa,
in der etliche, meist Flüchtlinge wohnten. Norbert kann sich nur noch an Georg und Hellmut erinnern. Diese hatten auch noch eine Schwester, aber der Name?
11Hier wohnten bis ca. 1954/55 Familie Rückert mit Uwe, Anke und Meike. Diese bezogen in etwa zu dieser Zeit ihren Neubau in der St. Jürgener Str. 14 oder 18. Nachfolger im Moldeniter Weg wurde die Familie Wolfrath. Einer der Söhne hieß Günter, Vater war bei der Polizei.
12Gebäude von Bauer Klinker.
Dieses Gebäude war von drei Familien bewohnt. Zunächst die Wwe. Klinker mit Tochter. Diese wurde später Lehrerin. Dann wohnte hier die Familie Liermann mit der Tochter Inge. Soweit bekannt, arbeitete der Vater Liermann in der Schlachterei Rasch. Die dritte Familie waren Reike’s, eine allein stehende Mutter mit den Kinder, Norbert, Monika und (?). Norbert ging später zur Post.
13Zu dem Anwesen Klinker
gab es noch eine Besonderheit zu berichten. Die Stallungen des Bauernhofes wurden von der Familie Thomsen, im Plan Nr. 15, genutzt. Es gab Schweine, Kühe und zwei Pferde.
14Zu diesem Haus
kann ich nur wenig aussagen (Der Familienname der Flüchtlingsfamilie lautete: Schäffler (richtig: Scheffel, s.u.)). Es wurde bewohnt von zwei älteren Fräuleins, Schwestern. Diese stammten aus der Nähe von Riga. Eine hatte in dieses Haus hineingeheiratet. Bevor sie ca. 1950/51 in das Haus Moldeniter Weg 5 zogen, wohnten auch Herbert und Else Jürgensen dort. Eine der Frauen war Herberts Mutter. Herbert war gelernter Tischler und wurde später Polizist in Schleswig. Die zweite der Schwestern war ledig geblieben und wurde nach dem Tode unserer Mutter unsere Haushälterin. Wir Kinder nannten sie “Tante Dehle“ von Adele. Bis vielleicht 1949/50 wohnte eine weitere Flüchtlingsfamilie in diesem Hause zur Untermiete. Es gab da, soweit ich erinnere, vier Söhne.Ein Kommentar von Susanne Römer geb. Scheffel:
Moin! Ich bin gebürtige Schleswigerin und durch Zufall auf Ihre Seite gelangt.
Im Moldeniter Weg 37 wohnte eine zeitlang mein Vater Viktor Scheffel mit Bruder Horst und Mutter Luise bei Helene Jürgensen, der Schwester meiner Oma. Helene Jürgensen wohnte mit ihrer Schwester Adele zusammen. Lang ist es her.
Die alte Dame hieß Jürgensen! (gutes Gedächtnis)
Als Kind bin ich da oft gewesen. Die Schwester meiner Omi wohnte dort. Sie brachte mir bei, wie man eine Gans rupft, die Kiele abbrennt und das Tier ausnimmt. Ich war damals 5 Jahre alt und nicht begeistert.
15War die von allen so genannte Villa.
Hier wohnte die Bauerfamilie Thomsen mit dem einzigen Sohn Hans. Oben im Haus zur Untermiete die Walds mit Hannelore, Ursula und Harald.
16Am Moldeniter Weg in dem etwas zurück liegenden Haus
wohnte damals die Familie Jagdschütz, ein junges Ehepaar mit einer kleinen Tochter. Diese sind auf dem Brautseefoto dargestellt, Boot mit einem Schifferklavierspieler. Die Familie wanderte in die USA aus. Nachfolger in diesem Haus wurde eine Familie (Namen?), der Mann hatte ein Holzbein. Dieser hatte etwas mit der Sanitätsmeierei zu tun, Milchbeschauer oder so was ähnliches. Er war jedenfalls immer mit einem Motorrad unterwegs. Dabei hängte der arme Kerl sein behindertes Bein nach hinten auf eine Fußstütze. Norbert erinnert sich, dass in diesem Hause auch eine Fam. Fredi und Gerdi Landwerth oder Landwirth wohnten. (Freunde seiner Mutter) mit ihren Kindern Birgit und einem Sohn der ca. drei Jahre älter war als ich. Anfang der 50er zogen sie nach Hagen – Breckerfeld.
17Moldeniter Weg 44:
Hier wohnten die Familie Witt, eine allein erziehende Mutter mit den Kindern Ann-Kathrin, sowie den Zwillingen Dörte und Sönke. Gegenüber die Christiansen mit Uwe, Horst und Kirsten-Linde. Nebenan wohnten die eigentlichen Hausbesitzer Onkel und Tante Jünke über die in diesem Blog an anderer Stelle bereits berichtet wurde, sowie die aus dem Saarland stammende Familie Salisch mit der einzigen Tochter Ute.
18
Moldeniter Weg 46
war ein ganz kleines reetgedecktes Haus. Hier wohnte das Ehepaar Grewe. Nachtrag von Uwe C.: Der Junge mit Hund ist ein Pflegekind das bei der Familie Grewe wohnte. Der Name ist mir unbekannt. Das Bild mit Junge und alter Frau zeigt die Frau Grewe.
19In diesem Gebäude
wohnten die Eigentümer Hönkes. Ich glaube er war Zimmermann gewesen, lebte aber bereits im Ruhestand. Es gab hier ein Pflegesohn Fritz. Nebenan wohnte das Ehepaar Hansen, Postbote, mit dem Sohn Hans Dieter der später soweit ich weiß auch zur Post ging. Am anderen Ende des Hauses wohnte die Familie Raschke. Das Ehepaar war kinderlos. Deshalb gab es dort auch einen Pflegesohn Baldur. Später fuhr er zur See. Bei einem Sturm in der Ostsee kenterte das Küstenmotorschiff und Baldur kam ums Leben.
20 Die beiden Badestrände die wir Kinder wechselseitig benutzen habe ich an anderer Stelle schon beschrieben.
Kommentar: Beim Schreiben dieser Zeilen fiel auf, dass in der damaligen Zeit viele allein stehende Frauen sich mit ihren Kindern durch Leben schlagen mussten. Auch ist immer wieder von Flüchtlingsschicksalen die Rede. Nachkriegsjahre halt.
Norbert Neidebock / Uwe C. Christiansen
Uwe C. am 1.1.2012: Der Junge mit Hund ist ein Pflegekind das bei der Familie Grewe wohnte. Der Name ist mir unbekannt. Der Grund warum ich Dir dieses Bild zusende ist der, dass im Hintergrund, sehr schön einer der Fischteiche zu sehen ist. Davon gab es insgesamt vier, man kann aber nur einen erkennen, der zweite ist zum Zeitpunkt der Aufnahme abgelassen. Diese Teiche wurde irgendwann von einem der Brautseepächter angelegt um Jungfische an zu ziehen. Diese wurden wiederum abgefischt und im See ausgesetzt.
Für uns Kinder war diese Gebiet, wegen der engen Fußwege zwischen den Teichen, eine verbotene Zone, was uns um so mehr reizte. Für mich noch interessant sind die zwei schmalen Seewege (hinter der Schulter des Knaben). Der obere hiervon ist der Einlauf zum Brautsee. Dieser soll von der umliegenden Koppeln und von einem Hügel hinter der sog. Villa kommen. Je nach Jahreszeit konnte man den Einlauf an einer kleinen Fließbewegung erkennen. Der untere von den beiden, also der direkt neben der Schulter des Jungen war der Überlauf aus dem Widder. Dieses altertümliche Gerät pumpte Wasser in einen Hochbehälter der sich im Haus Moldeniterweg 42 befand. Von dort wurde auch das Haus Nr. 44 mit versorgt.
Der Junge im Vordergrund ist möglicherweise Fritz. Nachname unbekannt. Nachdem er die Volksschule fertig abgeschlossen hatte, ging er ins Ruhrgebiet und trat dort eine Lehre an. Möglicherweise wurde er Bergmann, da bin ich aber nicht sicher. Der kleine Bub im Hintergrund ist möglicherweise Baldur Petri. Dieser war ebenfalls ein Pflegekind der Fam. Raschke. Sein junges Leben endete tragisch. Er ertrank am 09.12.1959 bei dem Versuch von der in Seenot geratenen “MS Merkur” auf den norwegischen Erzfrachter “Raunula” mit Leine herübergeholt zu werden.
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