Es wird gemolken


Ein Überblick aus der Luft (oben) – Ausschnitt aus einem Luftbild bei Sönke

Es wird gemolken. Die Kühe (13 Stück) sind hinter einer Einzäunung zusammengetrieben. Eine Kuh ist ausgebüxt. Links neben der Einzäunung steht die Kutsche mit einer Milchkanne auf der Ladefläche.

So ist mein Opa von der Landwirtschaft der Anstalt an der Sankt-Jürgener-Straße auch mit der Kutsche und seinen Helfern aus der Anstalt zum Melken gefahren. Allerdings kann ich mich nur an Kuh-Koppeln in Richtung Moldenit erinnern. Außerdem waren die “Anstaltskühle” damals ausschließlich Angler Rinder – keine Rotbunten – oder vielleicht doch nicht?

Ob die Koppel in St. Jürgen damals auch zur Anstalt gehörte? Norbert? Segg wat! Sönke? Was sagen Deine geheimen Archive? :roll:


Norbert: Die Koppel hinter Poppehukes Haus, später Kaufmann Krönert und dann Kaufmann Knudsen, gehörte zur Anstalt. Ich habe dort aber nie Kühe gesehen, sondern nur Pferde. Admin: Ging die Koppel denn bis zur Carstens-Straße? Zwischen dem Melkplatz auf dem Luftbild und dem Moldeniter Weg war ja auch noch die Klensbyer Straße!

Norbert: Westlich der Sandkuhle war die Anstaltspferdekoppel bis zum Fußweg (neben Gärtner Lemper) von der St.-Jürgener-Str. zur (mit Abzweiger zum Moldeniter Weg) Klensbyer Str.
Auf der anderen Seite der Sandkuhle gehörte das Land einem Bauern ( Callsen oder Clausen) vom Gallberg. Östlich der Klensbyer Str. und Mold. Weg hatte m.E. die Anstalt keine Grundstücke.
Übrigens ging der Fußweg weiter bis zum Brautsee und, wenn ich das richtig erinner, an Gärten vorbei, in denen wir uns im Juni/Juli Erdbeeren klauten. Wir wurden nie erwischt :-D. Wem die Gärten gehörten, weiß ich leider nicht mehr. Es könnten aber Gärten von Anstaltsbeschäftigten gewesen sein.

Admin: Der Bauer war Jürgen Carlsen, Gallberg 15 (s.oben l.). Hier wurde die Gegend um den Fußweg herum schon einmal gründlich durchgeackert…


Wir haben im Angebot (1950):

Carlsen, Jürgen, Gallberg 15, 6 Milchkühe
Ehrich, August, Johannisthal, 12 Milchkühe
Landeskrankenhaus, Stadtfeld, 37 Milchkühe
Reimer, Anni, Moldeniter Weg 11, 12 Milchkühe


Ansichten: 103 Strassen: ,

Als ich 6 Jahre alt war…

…soll es nach dieser Karte von 1950 (vielen Dank, Sönke) einen Fußweg gegeben haben, der bei Fiete Böttcher anfing und dann im Bogen ein paar hundert Meter weiter, wieder im Moldeniter Weg mündete.

Ich kann mich an diesen Weg nicht mehr erinnern. Wir sind aber von der St. Jürgener Straße 21 (neben Drei Kronen) auf den Acker auf der anderen Straßenseite geklettert und haben weiter unten Äpfel geklaut. Vielleicht hatte ja Norberts Großvater dort einen Garten und hat uns dabei erwischt? :D


Sönke Hansen:

Nach Angaben meines Vaters verlief da ein Trampelpfad, an der ehemaligen Müllkippe der Anstalt vorbei. Die Müllkippe war dort, wo heute die Stoll-Neubauten stehen und wo der Sportplatz ist. Die Häuser stehen sozusagen auf LKH-Müll. Der Sportplatz ist nichts weiter als ein mit Müll zugeschütteter Teich, auf einigen Karten ist dieser Teich als Brandteich vermerkt.



Norbert Neidebock:

Nööö!!! Da war keiner. Mag sein, daß später dort sich ein Weg (Trampelpfad) entwickelt hat. Ich bin 1967 dort weggezogen. So wie in der Karte der Weg, der hinter Klinker wieder einmündete, war keiner vorhanden. Hinter der Scheune (das kleine Bild) war die Schweinekoppel und östlich davon die Müllhalde mit dem Teich und Wiecheln (Weiden). Wir haben dort oft gespielt!

Nicht nur an das “Indianerfest am Brautsee” erinnert sich Uwe C. Christiansen, sondern auch noch an diesen Abenteuerspielplatz (2 x klicken!):

Norbert Neidebock hat zum Abenteuerspielplatz einige Anmerkungen…

Hier noch zwei Geschichten vom Brautsee, von Uwe C. Christiansen:

Bei der Betrachtung der Karte St. Jürgen fiel mir eine alte Geschichte ein, die sich etwa um 1946/47 herum, zugetragen haben muss…




…Eines Tages brachte einer unserer Spielkameraden drei große Blech-Benzinkanister mit…



Am 18. Dezember 2008. erhielt das “Klassentreffen” das folgende Geschenk zur Adventszeit mit dem knappen Text:

…anbei eine kleine Fleißarbeit von Norbert und mir…

Kommentar zur Karte St. Jürgen

oder wie Norbert Neidebock es sagt:

Alles so um 1950

Norbert und ich haben versucht, den Plan St. Jürgen um 1950 mit etwas Leben zu füllen. Hier sind die Ergebnisse; dabei konnte Norbert sich an Einzelheiten erinnern die von Punkt 1 – 10 reichen, während ich versuchte den Rest zu beschreiben.

Allgemeines: der Moldeniter Weg und die Klensbyer Str. waren damals unbefestigte Wege. Die letzte Laterne der Straßenbeleuchtung stand damals etwa in Höhe des Hauses Moldeniter Weg 3. Es wohnte damals

1

Im Hufeisen, Seite Moldeniter Weg:
Karin, Egon und Manfred (oder Hellmut)? Harder mit Eltern, Harald Maser mit Eltern.

In der Mitte:

der Betreiber der Firma nacheinander: Eierverwertung / Bonbonkocherei / Fellerei (Felleverwertung)

An der St. Jürgener Str:

Eckhardt Hackbarth mit Eltern Mutter und Tochter (Name)? Hackbarth war ein bedauernswerter, alter Mann. Er arbeitete in der Sandkuhle. Als Steineklopfer hat er an unserem Wohnhaus die Natursteinmauer am Bürgersteig erstellt.

Angelika Linke mit Mutter.

Am Platz Moldeniter Weg 1:

Die oben aufgeführten Firmen (wann welche drin waren)?

2

Moldeniter Weg 1:

Auf dem Dach ein belegtes Storchennest, darunter der Eigentümer Kraft oder Held Schlüter, eine Flüchtlingsfrau mit Tochter (2 – 3 Jahre älter als Norbert), Uwe Carstensen mit Eltern.

3

Moldeniter Weg 3:

Mit Kaufmannsladen. Dieser wurde anfangs von Ella Thäsler (Schwester von Heini) betrieben. Sie schlief in einem Zimmer mit deren Mutter. Der Mann von Ella war in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrte erst Mitte der 50er Jahre zurück (Adenauers Besuch in der UdSSR). Anm. UCC. Bei der Ankunft am Bahnhof Schleswig wurde der Spätheimkehrer von einer offiziellen Delegation empfangen und anschließend von der Polizei in den Moldeniter Weg eskortiert. Als er von seiner Frau vor dem Haus empfangen wurde, war der halbe Moldeniter Weg zusammen gelaufen. Wolfgang Möller mit Vater Heini (hatte nur einen Arm) und Mutter Lotte.

Uwe C. am 11.3.2009: …Die Sache mit dem Spätheimkehrer im Moldeniter Weg ließ mir keine Ruhe. Es verhält sich so, dass ich mich noch sehr genau an den Tag erinnern kann an dem besagter Richard Thäsler mit einer Polizeieskorte im Moldeniter Weg ankam und zunächst von einer älteren Frau in die Arme geschlossen wurde. Zu eben dieser Situation kam ich zufällig hinzu da meine Mutter mich zum Einkauf in das Lebensmittelgeschäft im Moldeniter Weg geschickt hatte. Ich war damals 13 Jahre alt und verstand nicht, wieso so viele der anwesenden Menschen auf der Straße weinten…






(Uwe C. hat nicht geruht, bis er die obigen Ausschnitte aus den SN beisammen hatte…)

Im gleichen Haus oben: Flüchtlingsfrau Name unbekannt, sie schielte extrem. Christiane genannt Puppa Weiß mit Mutter Trude (Schwester von Lotte), Tante und Oma.

An der Straße in einem Schuppen, die eigentliche Tischlerei Böttcher. Hier war, bevor es die Gallbergschule gab, eine Schule drin.

4

Moldeniter Weg 5:

Norbert und Uta Jürgensen mit Eltern;

Moldeniter Weg 7:

Norbert Neidebock mit Mutter Opa und Tante, vorne in einer Reetdachkate, es regnete da durch,

Adolf Rehm, genannt der “Kleine Meister“ der der Bruder von Norberts Opa war.

5

Reimers Bauernhof,

Eignerin Anni Reimer Wwe. Frau von Peter Reimer, gefallen im 2. Weltkrieg. Sie hatte meist zwei Knechte und zwei Mägde und natürlich Fuddel. Oben im Wohnhaus waren noch div. Flüchtlinge untergebracht, u. a. Frau Munninger, deren Mann sich im Knick an der Reimer’schen Pferdekoppel erhängte.

Hier ist Fuddel. Ein sehr schönen Foto, eingesandt von der “Brautseeindianerin” Carmen Bischof (über Uwe C.)- vielen Dank!

6

Abnahmehaus Reimer,

Elli und Adolf Reimer, Bruder von Peter Reimer mit Mutter, die ca. 1950 starb und mit allem Gedöns, geschmückter Pferdewagen, zu Grabe getragen wurde.

7

Hannelore und Peter Wiek mit Eltern und Oma.

8

Kai Petersen mit Eltern und Schwester, der Vater war Lehrer an der Domschule.

9

Großes Reetdachhaus,

vorne Klaus Poppenhusen mit Mutter, Oma und Opa (Poppehuke), hinten Erich und Ulla Wohler mit Vater.

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Eine Villa,

in der etliche, meist Flüchtlinge wohnten. Norbert kann sich nur noch an Georg und Hellmut erinnern. Diese hatten auch noch eine Schwester, aber der Name?

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Hier wohnten bis ca. 1954/55 Familie Rückert mit Uwe, Anke und Meike. Diese bezogen in etwa zu dieser Zeit ihren Neubau in der St. Jürgener Str. 14 oder 18. Nachfolger im Moldeniter Weg wurde die Familie Wolfrath. Einer der Söhne hieß Günter, Vater war bei der Polizei.

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Gebäude von Bauer Klinker.

Dieses Gebäude war von drei Familien bewohnt. Zunächst die Wwe. Klinker mit Tochter. Diese wurde später Lehrerin. Dann wohnte hier die Familie Liermann mit der Tochter Inge. Soweit bekannt, arbeitete der Vater Liermann in der Schlachterei Rasch. Die dritte Familie waren Reike’s, eine allein stehende Mutter mit den Kinder, Norbert, Monika und (?). Norbert ging später zur Post.

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Zu dem Anwesen Klinker

gab es noch eine Besonderheit zu berichten. Die Stallungen des Bauernhofes wurden von der Familie Thomsen, im Plan Nr. 15, genutzt. Es gab Schweine, Kühe und zwei Pferde.

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Zu diesem Haus

kann ich nur wenig aussagen (Der Familienname der Flüchtlingsfamilie lautete: Schäffler (richtig: Scheffel, s.u.)). Es wurde bewohnt von zwei älteren Fräuleins, Schwestern. Diese stammten aus der Nähe von Riga. Eine hatte in dieses Haus hineingeheiratet. Bevor sie ca. 1950/51 in das Haus Moldeniter Weg 5 zogen, wohnten auch Herbert und Else Jürgensen dort. Eine der Frauen war Herberts Mutter. Herbert war gelernter Tischler und wurde später Polizist in Schleswig. Die zweite der Schwestern war ledig geblieben und wurde nach dem Tode unserer Mutter unsere Haushälterin. Wir Kinder nannten sie “Tante Dehle“ von Adele. Bis vielleicht 1949/50 wohnte eine weitere Flüchtlingsfamilie in diesem Hause zur Untermiete. Es gab da, soweit ich erinnere, vier Söhne.

Ein Kommentar von Susanne Römer geb. Scheffel:

Moin! Ich bin gebürtige Schleswigerin und durch Zufall auf Ihre Seite gelangt.

Im Moldeniter Weg 37 wohnte eine zeitlang mein Vater Viktor Scheffel mit Bruder Horst und Mutter Luise bei Helene Jürgensen, der Schwester meiner Oma. Helene Jürgensen wohnte mit ihrer Schwester Adele zusammen. Lang ist es her.
Die alte Dame hieß Jürgensen! (gutes Gedächtnis)

Als Kind bin ich da oft gewesen. Die Schwester meiner Omi wohnte dort. Sie brachte mir bei, wie man eine Gans rupft, die Kiele abbrennt und das Tier ausnimmt. Ich war damals 5 Jahre alt und nicht begeistert.

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War die von allen so genannte Villa.

Hier wohnte die Bauerfamilie Thomsen mit dem einzigen Sohn Hans. Oben im Haus zur Untermiete die Walds mit Hannelore, Ursula und Harald.

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Am Moldeniter Weg in dem etwas zurück liegenden Haus

wohnte damals die Familie Jagdschütz, ein junges Ehepaar mit einer kleinen Tochter. Diese sind auf dem Brautseefoto dargestellt, Boot mit einem Schifferklavierspieler. Die Familie wanderte in die USA aus. Nachfolger in diesem Haus wurde eine Familie (Namen?), der Mann hatte ein Holzbein. Dieser hatte etwas mit der Sanitätsmeierei zu tun, Milchbeschauer oder so was ähnliches. Er war jedenfalls immer mit einem Motorrad unterwegs. Dabei hängte der arme Kerl sein behindertes Bein nach hinten auf eine Fußstütze. Norbert erinnert sich, dass in diesem Hause auch eine Fam. Fredi und Gerdi Landwerth oder Landwirth wohnten. (Freunde seiner Mutter) mit ihren Kindern Birgit und einem Sohn der ca. drei Jahre älter war als ich. Anfang der 50er zogen sie nach Hagen – Breckerfeld.

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Moldeniter Weg 44:

Hier wohnten die Familie Witt, eine allein erziehende Mutter mit den Kindern Ann-Kathrin, sowie den Zwillingen Dörte und Sönke. Gegenüber die Christiansen mit Uwe, Horst und Kirsten-Linde. Nebenan wohnten die eigentlichen Hausbesitzer Onkel und Tante Jünke über die in diesem Blog an anderer Stelle bereits berichtet wurde, sowie die aus dem Saarland stammende Familie Salisch mit der einzigen Tochter Ute.

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Moldeniter Weg 46

war ein ganz kleines reetgedecktes Haus. Hier wohnte das Ehepaar Grewe. Nachtrag von Uwe C.: Der Junge mit Hund ist ein Pflegekind das bei der Familie Grewe wohnte. Der Name ist mir unbekannt. Das Bild mit Junge und alter Frau zeigt die Frau Grewe.

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In diesem Gebäude

wohnten die Eigentümer Hönkes. Ich glaube er war Zimmermann gewesen, lebte aber bereits im Ruhestand. Es gab hier ein Pflegesohn Fritz. Nebenan wohnte das Ehepaar Hansen, Postbote, mit dem Sohn Hans Dieter der später soweit ich weiß auch zur Post ging. Am anderen Ende des Hauses wohnte die Familie Raschke. Das Ehepaar war kinderlos. Deshalb gab es dort auch einen Pflegesohn Baldur. Später fuhr er zur See. Bei einem Sturm in der Ostsee kenterte das Küstenmotorschiff und Baldur kam ums Leben.

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Die beiden Badestrände die wir Kinder wechselseitig benutzen habe ich an anderer Stelle schon beschrieben.

Kommentar: Beim Schreiben dieser Zeilen fiel auf, dass in der damaligen Zeit viele allein stehende Frauen sich mit ihren Kindern durch Leben schlagen mussten. Auch ist immer wieder von Flüchtlingsschicksalen die Rede. Nachkriegsjahre halt.

Norbert Neidebock / Uwe C. Christiansen

Uwe C. am 1.1.2012: Der Junge mit Hund ist ein Pflegekind das bei der Familie Grewe wohnte. Der Name ist mir unbekannt. Der Grund warum ich Dir dieses Bild zusende ist der, dass im Hintergrund, sehr schön einer der Fischteiche zu sehen ist. Davon gab es insgesamt vier, man kann aber nur einen erkennen, der zweite ist zum Zeitpunkt der Aufnahme abgelassen. Diese Teiche wurde irgendwann von einem der Brautseepächter angelegt um Jungfische an zu ziehen. Diese wurden wiederum abgefischt und im See ausgesetzt.
Für uns Kinder war diese Gebiet, wegen der engen Fußwege zwischen den Teichen, eine verbotene Zone, was uns um so mehr reizte. Für mich noch interessant sind die zwei schmalen Seewege (hinter der Schulter des Knaben). Der obere hiervon ist der Einlauf zum Brautsee. Dieser soll von der umliegenden Koppeln und von einem Hügel hinter der sog. Villa kommen. Je nach Jahreszeit konnte man den Einlauf an einer kleinen Fließbewegung erkennen. Der untere von den beiden, also der direkt neben der Schulter des Jungen war der Überlauf aus dem Widder. Dieses altertümliche Gerät pumpte Wasser in einen Hochbehälter der sich im Haus Moldeniterweg 42 befand. Von dort wurde auch das Haus Nr. 44 mit versorgt.
Der Junge im Vordergrund ist möglicherweise Fritz. Nachname unbekannt. Nachdem er die Volksschule fertig abgeschlossen hatte, ging er ins Ruhrgebiet und trat dort eine Lehre an. Möglicherweise wurde er Bergmann, da bin ich aber nicht sicher. Der kleine Bub im Hintergrund ist möglicherweise Baldur Petri. Dieser war ebenfalls ein Pflegekind der Fam. Raschke. Sein junges Leben endete tragisch. Er ertrank am 09.12.1959 bei dem Versuch von der in Seenot geratenen “MS Merkur” auf den norwegischen Erzfrachter “Raunula” mit Leine herübergeholt zu werden.


Ansichten: 379 Strassen: , , ,

Drei Kronen

Dieser Eintrag ist eigenlich schon älter. Ich habe ihn aktualisiert und mit einem neuen Datum versehen.
Ganz aktuell (am 18.10.2010) hat Sönke nun aufgedeckt, wie die “Drei Kronen” zu ihrem Namen gekommen sind. Ganz einfach: Es sind die drei Betonkronen auf den Dächern!

Hier geht es mit mit jetzt weiter:
Sönke Hansen hat folgendes herausgefunden:

Die Häuser Nr. 21 sowie 23, 25 und 27 gehörten 1936 vor der Eingemeindung schon zur Stadt Schleswig.



In den Kommentaren findet eine interessante Diskussion über den “Grenzverlauf” (bis zur Eingemeindung 1936) zwischen dem Dorf St. Jürgen und Schleswig statt. Sönke hat Aktenberge im Archiv gewälzt und zitiert diesen Satz aus den Unterlagen:

“Da der Übergang vom Gallberg zur St.-Jürgener Straße kaum erkennbar ist, weil es sich um den gleichen Straßenzug handelt, weiss nur der gänzlich mit den örtlichen Verhältnissen Vertraute, welche Häuser zu Schleswig und welche zu St.-Jürgen gehören.”

Weil das Thema “Grenzverlauf” so schön ist, zitiere ich auch noch aus dem Buch “Angeln, Jensen, 1922″:

Sankt Jürgen. Dies kleine, zum Kirchspiel St. Michaelis in Schleswig gehörige Dorf, von welchem indessen einige Häuser auf Stadtgrund liegen und zur Domgemeinde gerechnet werden, hat seinen Namen von dem ehemaligen St. Jürgenshause… Es sind hier 13 Landstellen, davon nur eine über 25 ha groß, außerdem mehrere Handwerker… Die Haltestelle der Kreisbahn Schleswig-Satrup liegt eben außerhalb des Dorfes bei der Abzweigung des Klensbyer Weges von der Missunder Landstraße. Die Wassermühle am St. Jürgensbach ist Eigentum der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt, deren Gebiet mit den zahlreichen Anstaltsgebäuden sich unmittelbar westlich von St. Jürgen längs des nach den Hühnerhäusern führenden Weges erstreckt… An dem Weg nach Klensby, hart an der Grenze der Feldmark beider Dörfer, liegt die Privatirrenanstalt Sopienhöh für weibliche Kranke, 1886 erbaut …Das Dorf hat keine eigene Schule. Die Kinder besuchen die Schule in Schleswig…


Daraus ergibt sich für den Admin: Ich bin ein Schleswiger! (und zwar seit Adam und Eva, mindestens…)

Aus dem Hauseigentümer-Verzeichnis von 1896 ist ersichtlich, dass die St.-Jürgener-Str. 21 im Laufe der Zeit drei unterschiedliche Adressen hatte.

Ursprünglich lautete die Adresse I. Quartier Nr. 101, später St. Jürgen 5 (im Jahr 1888 wurden die Quartiersbezeichnungen durch Straßennamen und neue Hausnummern abgelöst) und ab 1928 St.-Jürgener-Str. 21.

Sönke hat nicht nur das Hauseigentümerverzeichnis “ausgegraben” sondern auch noch ein Adressenverzeichnis von 1929. Da ist mein Opa, Futtermeister Christian Seier, als Bewohner der St.-Jürgener-Str. 21 eingetragen.


Links sind jetzt 2 Seiten aus dem Adressbuch von 1921. Es gibt also noch keine “St.-Jürgener-Straße” (die gibt es erst seit 1928) sondern “St. Jürgen”
uuuund (Sönke, festhalten :D):

Haus Nr. 7 ist später Nr. 23
Haus Nr. 9 ist später Nr. 25
Haus Nr. 11 ist später Nr. 27
(Das sind die “Drei Kronen”)



Im selben Adressbuch ist mein Opa Christian Seier noch unter der Anschrift der “Anstalt”, Stadtfeld 28, aufgeführt. Da wohnten in St. Jürgen Nr. 5 (der späteren Nr. 21) die Oberaufseher Jürgensen und Thomsen. Ganz stimmen kann das aber auch nicht, weil in der Geburtsurkunde von 1919 für meinen Onkel Hans bereits “St. Jürgen 5″ als Geburtsadresse angegeben ist.

(Die Seiten aus dem Adressbuch von 1921 habe wir übrigens Hartwig Töwe zu verdanken, dessen Großvater väterlicherseits, Friedrich Töwe, ebenfalls unter der “Anstaltsadresse Stadtfeld 28″ eingetragen ist – und zwar als “Oberaufseher”.)


Sönke schreibt dann noch:

1889 wohnte der Irrenwärter Heinrich Andresen in St. Jürgen 1.

Sönke fragt dann noch:

Allerdings bleibt die Frage, warum St.-Jürgen im Hauseigentümerverzeichnis von 1896 genannt wird, wo St.-Jürgen doch bis 1936 ein eigenständiges Dorf (in den Akten als Zwerggemeinde bezeichnet) war.

Und warum wurden 1928 die Hausnummern erneut geändert? Sind in diesen Jahren die Häuser Nr. 23, 25 und 27, also “Drei Kronen” gebaut worden??

(Nachtrag Gerd Tams: Lt. Adressbuch von 1921 gab es die drei Häuser bereits, s.o.)

Lutz Clausen meint dazu:

…aber geht es hier nicht um die St.-Jürgener-Straße – die auf das Dorf St. Jürgen zuführte? Zumindest erscheint sie als eigenständige Straße im Adreßbuch der Stadt Schleswig von 1908, also zu einem Zeitpunkt wo auch noch das Dorf gleichen Namens existent war…

Eigentlich ist die Zuordnung für mich klar: Es taucht nicht St. Jürgen im Hauseigentümerverzeichnis auf – sondern die Immobilien der Straße St.-Jürgener-Straße – während es gleichzeitig das eigenständige Dorf St. Jürgen n o c h gab.



(Das Foto oben stammt von Sönkes Seite und zeigt sehr schön den Blick von den eigentlichen “Drei-Kronen-Häusern” auf das Haus St. Jürgener-Str. 21, in dem ich gewohnt habe)

Drei Kronen und das Haus in der St. Jürgener-Straße 21 muss man wohl korrekt sagen. Zu diesem Teil von Schleswig hier jetzt sortierte Fotos (die Jahreszahlen müssen nicht genau stimmen) und ein dringender Hinweis auf die neue Seite von Sönke Hansen, “Erinnerungen an Drei Kronen“.

Sönke stellt die Frage, wie es zu der Bezeichnung “Drei Kronen” gekommen ist. Im Stadtarchiv hat man ihn nur ratlos angesehen. Für mich steht fest, dass die drei Häuser St. Jürgener-Str. 23, 25 und 27 das eigentliche, alte “Drei Kronen” sind. Die Stadt hat diese Bezeichnung “geklaut” und eine später gebaute Straße so genannt. Unerhört ist das :no:

Sönke: Mein Vater sagt so nebenbei, dass der Begriff “Drei Kronen” daher kommt, weil damals jedes der drei Häuser eine kleine “Krone” aus Beton auf dem Dach hatte. Da ist er sich 150% sicher. Irgendwann wurden die Dächer neu gedeckt und die Kronen wurden abgebaut.

Bleibt noch die Frage, warum hatten die Häuser Kronen ??

Jochen Meyer: Drei Kronen, das hört sich doch sehr nach dem Namen eines Schiffs oder einer Gastwirtschaft an. Gibts da nicht ne ältere Karte, auf der in dem Bereich der “neuen” drei Häuser ein einzelnes Gebäude an der Strasse steht? Wo ist der Kneipensammler hin? Mutter Hansen war doch auch zu finden!
Drei Kronen, das klingt aber auch wie militärischer Jargon (altertümlich?) für eine Übernachtungsgelegenheit eben ohne fürstlichen Comfort…. Vor dem Hafen Kopenhagens gibt’s eine alte Festungskasematte auf einer künstlichen Insel, die heisst auch Drei Kronen (Tre Kroner). Ich hab da mal eine uralte Karte des Schleswiger Stadtfeldes (geht bis Klappschau!) mit Flurnamen gesehen. Ich kann mich aber leider nicht erinnern, wo das war oder ob da seinerzeit ein Gebäude stand?!


1925
Rechts: Meine Mutter, links: Hans, der Bruder (gefallen auf der Krim)

Wir waren gerade bei meiner Mutter in Bovenau im Haus Wiesengrund. Dort habe ich ihr dieses Foto gezeigt. Das zweite Mädchen von rechts ist Hertha Witt. Auch anderen Namen wusste meine Mutter noch…




1926
Bootsfahrt auf dem Mühlenteich, Steuermann: Opa Seier, am Bug: Onkel Hans.
Im Hintergrund ein Haus der “Anstalt”




1926
Olga, Hans und Ilse Seier




1937
Ilse, Hans und Olga Seier. Im Hintergrund die Laube meiner Großeltern, dahinter die drei Drei-Kronen-Häuser




1938
Von links: Hermann Stockfleth (der Vater von Horst Stockfleth) und meine Mutter in fröhlicher Stimmung.
Frisch aus den Erinnerungen meiner Mutter: Erna Frier (geb. Schlüter) hockt über Werner Schlüter, der im Krieg gefallen ist… Auf dem Foto rechts werden die Blumen für die Herren gepflückt.




1942
Meine Schwester mit Kinderwagen vor der Kulisse von Drei Kronen




1942
Meine Schwester mit meiner Oma vor der Wohnung in der St. Jürgener-Str. 21




1944
Meine Schwester vor der Gartenlaube meiner Großeltern




1944
Meine Schwester vor der Scheune, die zu der St. Jürgener-Str. 21 gehört. In der Scheune hatte Herr Wamser seinen Trecker. Rechts neben dem Baum ging der schmale Weg zum “Bach” runter.



1944
Vor dem Eingang zur Wohnung in Sankt Jürgen die Familie Tams (der Vater ist wohl noch in Gefangenschaft). Links wohnten Oma und Opa, rechts die Tams-Familie. In der Mitte war die Küche. Plumpsklo, Waschküche gingen nach hinten raus. Auf dem Hof war ein Hühnerstall. Meist grunzte in der Waschküche ein illegales Schwein.




1946
Besuch von Oma Tams. Die Stimmung schein nicht besonders gut zu sein. Rechts ist sehr schön die Scheune zu sehen.




1947
Meine bestrickte Wenigkeit, vor einem Fenster des Wohnzimmers meiner Großeltern im Haus St. Jürgener-Str. 21.




1947
Das Ganze noch mal, mit Schwester.




1948
Brüderchen und Schwesterchen, Hund und ein Dreikronenkind (welches?) auf dem Weg zum Bach. Rechts Wamsers Scheune




1950
Der Schulweg von St. Jürgen zur Gallbergschule.




1950
Brücke über den “Bach” auf dem Gelände des Landeskrankenhauses. Hier haben wir gespielt, ständig auf der Hut vor dem “Parkwächter”, vor dem wir eine Heidenangst hatten. Auch gegnerischen “Banden” konnte man hier begegnen.




1950
Ich, eingerahmt von meinen Vettern Horst und Rolf Feldmann, die offensichtlich aus der Schubystrasse zu Besuch gekommen waren.




1951
Die Drogerie in der Schubystrasse 15, deren Eigentümer meine Tante Olga im Haushalt beschäftigten. Nach der unfriedlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses kehrte Tante Olga wieder zur St. Jürgener-Str. zurück. Bald darauf fing sie bei Probst Grabow an.




1951
Schlittenführer: Ich, erster Bremser: ein Knabe mit den Nachnamen Förster (die Eltern hatten später das “Café Förster” in der Schubystraße), zweiter Bremser: Knabe Frier (aber nur vielleicht).
Rechts von Sönkes Seite ein Gruppenbild. Warum bin ich da nicht mit drauf?




2006
St. Jürgener-Strasse 21 heute. Oben wohnte früher die Familie Stegemann mit Tochter Elke und den Söhnen Uwe und Holger. Wohnte links unten die Familie Nehlsen?




2006
Im Erdgeschoss links befanden sich die Wohnräume meiner Großeltern. In der Scheune hinten waren mehr oder weniger notdürftig zwei Zimmer für meine Familie eingebaut. Vor dem Auszug wurden auch Teile des Scheunenbodens genutzt. Die Küche und das Plumpsklo waren Gemeinschaftseinrichtungen.




2006
So sieht die Scheune heute aus.




2006
An diesen Stein unter dem großen Baum vor der St. Jürgener-Str. 21 kann ich mich nicht erinnern.




2006
Diesen Baum unten am “Bach” habe ich als Junge ganz oft erklettert.



klick

2006
Der “Bach” – heute.



klick

2006
Am “Bach” gab es früher nur feuchte Wiesen.



klick

2006
Es ist nichts mehr wie früher…



Und so sieht es 2009 aus (Begehung III)



Ansichten: 300 Strassen: , ,