Paddelbootshafen und Strandhalle







Ach ja! Mein Paddelboot hatte ich auch mal im Schuppen an der Standhalle untergebracht.

Warum fand ich “früher” alles schöner?

Das ist wohl ein Altersdefekt.

Wir Alten mögen den “Fortschritt” nicht so recht erkennen.

Die neuen “Villen” an den Königswiesen, die mehrfach aufgeblasene Strandhalle, die natürlich die alten hölzernen Bootsschuppen verdrängt hat.

Die befestigten Wege, die jetzt nicht mehr schmuddelig aussehen und die ganz oft unter Wasser standen.

Der Weg über die Königswiesen zum Dom.

Die Gräben links und rechts rochen nicht immer gut und das Wasser sah verdächtig aus. Zur Schlei hin war das Gebiet verschilft und weitgehend unbegehbar. Aber irgendwie geheimnisvoll. Das Freibad neben dem “Kostebad” hatte auch einen speziell modrigen Geruch und was dort im Wasser schwamm, wollte man auch nicht so genau wissen…

Fäkalienkeime gibt es aber immer noch zu viele im inneren Schleibecken. Trotz aufgemotztem Gartenschau-Gelände und allen möglichen teuren Aufwertungen…


Zum Luisenbad gehört jetzt eine “Gastronomie”. Wenn dort weiterhin Pommes gereicht werden, verlangen die ministeriellen Förderer einen Haufen Kohle zurück – oder so ähnlich (lt. SN). Bäh…

Admin: in der Gruppe “Wenn Du in Schleswig aufgewachsen bist” bei facebook gibt es zum Thema “Königswiesen” eine Äußerung:

nn: Es ist anscheinend so, dass sich hier in SL der eine oder andere ein überflüssiges Denkmal setzen will. Bei der Landesgartenschau war das nn. Die sogenannte “Schwarze Null” haben sich nn und seine Stadtwerke schöngerechnet, und die Königswiesen sehen jetzt wie eine Trümmerlandschaft aus. Da wurde extra der Untergrund verdichtet, damit die Pflanzen genügend Nässe bekamen. Jetzt muss das Ganze rückgängig gemacht und eine neue Drainage gelegt werden. Was für ein Schwachsinn!…(Admin: bei facebook stehen anstelle von “nn” Namen)


1999 sah es noch so aus…


Ansichten: 78 Strassen: ,

Die Sonne scheint gerade….



Ein Zitat aus den SN vom 17.2.2010: …Unabhängig davon möchten die Wikingertage-Veranstalter gar nicht mehr zurück auf die Königswiesen. Dammann findet, das Gelände sei nicht mehr so gut geeignet wie vor der Landesgartenschau. Ein wichtiges Argument ist für ihn die Parkplatzsituation. „Wir haben dafür früher die Freiflächen genutzt, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen.“…

Admin: Schau nach bei Sönke

…und diese fünf Fotos passen gut dazu. Der Frühling wird kommen! Ich glaube fest daran.

Die beiden Fotos aus dem Jahr 1999 von den Königswiesen und dem Luisenbad sind ganz frisch von Susanne eingeschickt worden (fotografiert mit der alten Leica). Ich fand die Königswiesen vor der LGS auch sehr schön – oder?

Hier ein Foto (das große links) aus dem Jahr 1959

…noch eins …und dat Janze nochmal von oben…



Ein anschließender Spaziergang in Kiel hatte dieses Ergebnis:


Es gibt aber Hoffnung!

Während es bei Hanns Mieschendahl aber noch so aussieht…XX(

Dazu fällt Lutz Clausen ein:

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte…



Ansichten: 28 Strassen: , , Schlei:

Sommerlochrätsel Nr. 20

Dieses schwierige Sommerlochrätsel ist noch ungelöst. Es sind weitere Fotos hinzu gekommen – s. weiter unten

Sönke Hansen:

Moin Gerd,

durch einen glücklichen Umstand war es möglich, drei alte Fotoalben vor dem Verbrennungstod in der MVA zu retten.

Leider sind auf 90% der Bilder nur Personen zu sehen, aber einige wenige Bilder zeigen auch einen Teil von der Stadt.

Anbei ein Foto, das ein mir unbekanntes Haus zeigt. Hast Du eine Idee, wo das Haus einmal gestanden habe könnte? Aufnahme um 1908.

Viele Grüße
Sönke

Ich gebe diese Frage an alle Leserinnen und Leser weiter – und vielen Dank an Sönke, dass er so schöne Fotos vor dem Untergang gerettet hat!

Sönke schreibt zu diesem Foto:

Hallo,

anbei noch einmal ein Foto (das vielleicht interessanteste im Album).

Leider habe ich absolut keine Idee, wo es aufgenommen wurde.
Vielleicht ist es ja ein neues Rätsel, falls Du es auch nicht erklären kannst. Aufnahme so um 1908.

Viele Grüße
Sönke

Admin: Ich glaube, dass uns dieses Album noch weitere Rätsel aufgeben wird. Das Reetdachhaus ganz oben ist noch nicht identifiziert und auch das neue Foto kommt mir aus Schleswiger Sicht unbekannt vor. Trotzdem muss es etwas Verbindendes zwischen diesen Bildern geben.

Vielleicht ist es möglich, die “Geheimnisse” des Albums zu lösen!

Dieses Foto liefert den “Beweis”, dass sich in Schleswig durchaus Matrosen aufgehalten haben… :D

Auf dem zweiten Bild laufen Schienen quer über die Straße! Bringt uns das weiter?

Aber vielleicht bringt uns das folgende Foto weiter?

Sönke hat mir aus seinem Album ein weiteres Foto geschickt, mit dem untermauert werden soll, dass die Fotos in dem Album mit der Stadt Schleswig zu tun haben – auch die beiden noch nicht lokalisierten Fotos weiter oben.

Die hier jetzt gezeigte Baustelle befindet sich auf den Königswiesen. Wir sehen links die Domschule und rechts die am 20. April 1909 eingeweihte neue Höhere Mädchenschule (die spätere Lornsenschule). Man beachte die vorbildliche Absicherung der Baustelle! :D

Benny Gutmann:

Bei der Baustelle auf den Königswiesen kann es sich um den Rundbau der damaligen Pumpstation (jetzt Aussichtsturm) handeln. Ich meine, dass diese Pumpe auch Schuld daran war, dass man beim Baden im Freibad (Ködelbad) mit Fäkalien konfrontiert wurde (trotzdem sind wir groß geworden).

Sönke:

…anbei weiteres Material für Dich, passend zur erwähnten Mädchenschule.

Die Aufnahmen scheinen 1908 angefertigt worden zu sein, mitten in der Bauphase.

(Admin: Das Richtfest wurde am 11. Juli 1908 gefeiert)

Sönke:

Das Foto mit den Partygästen war auf der gleichen Seite eingeklebt wie die Baustellenbilder.



Torsten Hansen:

Abgesehen davon, daß das Partybild beweist, daß man in Schleswig (?) oder Umgebung immer schon gut feiern konnte, bin ich der Meinung, daß es zeitlich nicht zu den anderen Bildern paßt – es ist bestimmt erst in den 20ern aufgenommen worden.

Ich bin geneigt, Dir recht zu geben, Torsten!

Auf diesen beiden letzten Fotos aus dem Album sehen wir einen sehr lustigen Verein bei Wein, Weib und Gesang…:D (auf dem schwarzen Luftballon steht “Schleswiger Wollwarenhaus“).

Lutz Clausen:

Bei dem Bild: Club AMICITIA – handelt es sich um einen der ältesten Kegelclubs Schleswigs, der heute aber nicht mehr existiert.

Wenn ich mir das rechte Bild anschaue, dann sind es eben jene Kegelbrüder von “Amicitia” bei ihrem Sommerausflug – wahrscheinlich Herrentagstour. Es dürfte nicht schwer sein, einige Namen herauszubekommen – und dann eventuell Rückschlüsse auf den “Eigner” des Albums zu ziehen – der theoretisch Mitglied von Amicitia gewesen ist.


Ansichten: 150 Strassen: , , , , Schulen:

Bagger “Loki”

Aus der Überschrift “Paddeln” habe ich “Bagger “Loki”" gemacht. Klingt interessanter – finde ich.

Grund ist die kleine plattdeutsche Geschichte von Hermann Clausen, deren Titel oben abgebildet ist.

Vielleicht ist ja das “schwimmende Ding”, das auf diesem Foto (o.li.) auszumachen ist, unser Bagger “Loki”. “Loki” ist jedenfalls “Schuld” daran, dass die Segler ihr Bootshaus an den Königswiesen wegen Versandung aufgeben mussten. Statt dessen bauten sie ein neues Bootshaus neben dem Luisenbad (li).

Hermann Clausen schreibt:

Schleswig hett en Bootshus kregen, dat sick sehen laten kann. De Bagger “Loki” is lang weg un wöhlt nu annerswo in de Sand rum. So is denn doch sin Arbeit in Schleswig to’n Segen för de Seglers worn.



Hier ist die ganze Geschichte…


Und nun geht es mit dem alten Text weiter…
Das schöne Foto links zeigt die Bucht vor den Königswiesen in der wilhelminischen Zeit. Vor der “Strandhalle” steht ein windschiefer Schuppen, auf dem Wasser wuseln Boote und auch sonst wirkt das Gelände etwas abenteuerlich. Nicht alle Gebilde lassen sich identifizieren.


Später (1940) nannten sich die Anlagen bei der Standhalle “Paddelbootshafen”. Dieser “Hafen” hatte aber nichts mit dem ersten Bootshaus und Bootshafen des Segelclubs “Ahoi” zu tun…


Von der Seite des Segelclubs Ahoi entnehme ich die folgenden Textausschnitte:

…Da die mangelhafte Unterbringung und vor allem der schwierige Transport der Boote ins Winterlager und zurück auf Dauer unbefriedigend war, gründeten 22 Mitglieder der Wassersportabteilung 1931 die Bootshausgemeinschaft Ahoi. Es wurde umgehend der Bau eines Bootshafens und eines Bootshauses auf einem städtischem Pachtgrundstück in den Königswiesen beschlossen…

…Aber schon nach kurzer Zeit traf den SC “Ahoi„” ein neuer Schicksalsschlag: 1935 wurde die Militäranlage auf der Freiheit, Schleswigs damaliges Naherholungsgebiet, gebaut. Als Ersatz wurde auf den Königswiesen ein neuer Badestrand auf – und der Hafen der “Ahoier” dabei dichtgespült. Die mit viel Idealismus, Mühe und Arbeit erbaute Anlage war als Bootshafen nicht mehr zu gebrauchen und so stand man 1935 erneut vor der Frage, noch einmal ein Bootshaus zu bauen – jetzt aber mit der Angst vor einer ungewissen Zukunft im Nacken…

…In zähen Verhandlungen, die bei den damaligen Machtzuständen besonders schwierig waren, wurde von der Stadt Schleswig ein Ersatzgrundstück am Luisenbad angeboten. Die Stadt erklärte sich außerdem bereit, das Bootshaus in den Königswiesen für 7500 RM, 25 cbm Schlacke und 50 cbm Kies zu übernehmen…

Das Bootshaus der “Ahoier” war also nicht (wie von mir irrtümlich angenommen) bei der Strandhalle, sondern der Schuppen, der am Ende des Freibadestrandes auf dem Foto oben zu sehen ist (wenn das falsch sein sollte, wäre es nett, das “Klassentreffen” darauf hinzuweisen :D )

(Auf dieser Karte von Sönke Hansen ist das alte Bootshaus rechts neben dem Freibadestrand noch sehr schön zu sehen. Achtung! Google-Maps!)

Hier noch eine andere Quelle:

In Heft 35 der Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte findet sich ein Text von Horst-Detlef Henkel, aus dem ich Teile entnommen habe. Die Texte bringen uns die “Geschichte” des Paddelboothafens Bootshauses etwas näher:

Trotz schwierigster wirtschaftlicher Bedingungen entwickelte die Arbeiterbewegung in Schleswig eine Vielzahl von neuen Vereinen…

So entstand 1919 die “Freie Turnerschaft Schleswig”…

Die Wassersportabteilung des F.T.S. wurde 1927 gegründet…

Mit dem immer weiter wachsenden Bootsbestand wuchsen auch die Probleme der Unterbringung und der Wunsch nach einem eigenen Bootsliegeplatz und Winterlager. Eine kleine Bucht bei den Königswiesen schien der geeignete Platz zu sein, da die Bucht vor zu starkem Wellengang geschützt war … Am 26. Juni 1931 wurde der Pachtvertrag [mit der Stadt Schleswig] abgeschlossen und sofort begannen die Arbeiten. Als erstes wurde ein Bauschuppen errichtet und im Sommer eine Bootsbrücke fertiggestellt. Im Oktober erfolgte die Grundsteinlegung des Bootshauses.

Im Frühjahr des folgenden Jahres wurde die Arbeit an dem Bootshaus wieder aufgenommen. Die Wassersportler steckten ihre Freizeit in den Bau, und besonders die erwerbslosen Arbeiter in der F.T.S. stellten sich für die gemeinsame Sache zur Verfügung. Am 8. Juli 1932 wurde das Bootshaus gerichtet. Das Bootshaus war “…das erste clubeigene Bootshaus an der Schlei und eines der ersten Bootshäuser im norddeutschen Raum überhaupt.”

Das in freiwilliger Gemeinschaftsarbeit errichtete Bootshaus wurde zum “Mittelpunkt des Vereinslebens”, zum “Symbol der Kameradschaft”, die die Arbeitersportler zu einer “festen Gemeinschaft” zusammenschmiedete.

Die “Schleswiger Nachrichten” berichteten am 22. April 1933: “In einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung der Freien Turnerschaft wurde die Auflösung derselben beschlossen.”

Einen Tag später, am 22. April 1933, fand die Neugründung eines Segel-Clubs in der “Strandhalle” statt. Der Verein gab sich den Namen Segel-Club “Ahoi” Schleswig. “…Als Clublokal wurde die Strandhalle gewählt … Der neue Verein benutzt das am Wiesendamm gelegene Boothaus der aufgelösten “Freien Turnerschaft”.

Der nationalsozialistische Bürgermeister, der selbst segelte, soll zu zwei SA-Leuten, die das Bootshaus beschlagnahmen wollten, gesagt haben:

“Finger weg von dat Bootshus, dat is met veel Idealismus but worn, dat behollen de ‘Ahoilüt’.”

Der Bürgermeister wird wohl Dr. Adolf Herting gewesen sein. Falk Ritter schreibt hier:

…1931 brachte die Volkszeitung folgenden Bericht: “Wir erinnern uns, daß anläßlich der Schleiwoche Nationalsozialisten mit dem Jollenkreuzer Dr. Hertings zu nächtlicher Stunde die Schlei befuhren und die Seezeichen mit Hakenkreuzplakaten beklebten, ein Vorgang, den die ,Schleswiger Nachrichten´ schamhaft verschwieg…


Lutz Clausen: Meine “Sturm- und Drangzeit” hatte ich im Luisenbad – dem sogenannten “Kostebad”; Ende der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre zu Zeiten von Ottsch Siemers und seinem Stellvertreter Stutzke.

Zwischen Luisenbad und Dom befand sich an den Königswiesen ein grüner Bootsschuppen – war das der Schuppen der Paddler?

Torsten Hansen: An die Holzbuden zwischen Bahngleis und Strandhalle kann ich mich noch entsinnen, aber nicht an irgendwelche Paddler – war das nicht eher ein heimlicher Raucher-Treffpunkt der Domschüler in der großen Pause ??
Der grüne Schuppen, den Lutz erwähnt, gehörte zum Bereich des “Freibades”, aber da waren keine Paddler drin.

Gerd Tams: Nee, Nee Torsten! Ich habe meinen Klepper T8 eine Sommer-Saison lang noch in dem Schuppen unterstellen dürfen (ca. 1962)!

Nochmal ich: Aber was war in dem Schuppen am Strand? Oder bleibt es ein ewiges Geheimnis? |-|

Das wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben; so wie damals für uns Kinder in den 50/60-ern das sumpfige Gelände der Königswiesen zwischen Luisenbad und Dom geheimnisumwittert war …

Update Gerd Tams: Ich denke mal, dass der Schuppen das ehemalige Bootshaus des Segelclubs “Ahoi” war, das von der Stadt Schleswig 1935 übernommen wurde (s.o.) :D


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