Dampferfahrt von Kiel nach Kappeln

Dampferfahrt von Kiel nach Kappeln.
(3 Std., zuweilen Verspätung duch Schleppen in der Schlei.)
Schleswig-Holsteinisches Wanderbuch von 1905


Nach der Ausfahrt aus der Kieler Bucht am hohen Ufer des Dänischen Wohlds (am höchsten an der Nordspitze, bei Dänisch Nienhof) entlang an der Mündung der Eckernförder Bucht vorbei; r. offene See. Links sieht man den Kirchturm von Klein-Waabs, den Strand des Gutes Damp, dann des Gutes Grünholz, den Kirchturm von Karby. – Es folgt der Strand des Gutes Schönhagen; landeinwärts sieht man die hochgelegene Mühle von Brodersby. An einer langen Sandbarre, dem “Drecht”, entlang steuernd, erreicht das Schiff die “Schleimünde”, den Eingang zum Meerbusen.

(Drecht: 1872: Schwere Wellen rollten gegen unsere Küste, überfluteten die niedrigen Deiche, beschädigten das Bollwerk an der Schleimündung und ließen den Oeher Drecht durchbrechen.)

Die jetzige Einfahrt ist erst in den Jahren 1794-1796 hergestellt. – Die alte “Slämynna” wurde zu Anfang des 15. Jhs., um die Stadt Schleswig zu schädigen, von der bekannten Königin Margareta durch das Versenken steinbeladener Schiffe verstopft. – Auf der Landenge südlich der Einfahrt lag früher eine feste Burg (“Gammel” oder “Oldenburg”), die im 12. Jh. als Staatsgefängnis diente. 1802 entdeckte man hier bei sehr niedrigem Wasserstande einen alten Friedhof mit Eichensärgen; – vielleicht ist die Ansicht, daß hier früher eine Stadt gelegen habe, zutreffend; sicher ist, daß an dieser Stelle noch 1604 Fischerdörfer vorhanden waren.

(Schleimünde: Lotse Lischke, 1802: Er fand ferner einen Kirchhof und Särge aus Eichenholz, sowie “grosse Menschengebeine, die auf das Rathaus in Schleswig gekommen sind.”)

Nördlich der Einfahrt liegt die “Lotseninsel” mit Leuchtturm und Lotsenhaus; dabei ein zu Kappeln gehöriges Seebad, das durch Motorboote mit der Stadt in Verbindung steht.

Und nun, schwupps! – ein Sprung in das hier und heute:


Hallo Herr Tams,
ich habe zwar als Kieler keine besondere Bindung an Schleswig, ihre Seite mit den vielen alten Aufnahmen aus der Schleiregion gefällt mir dennoch sehr gut.


Ein besonderes Interesse habe ich allerdings an allen Aufnahmen der Lotseninsel Schleimünde. Seit einiger Zeit ist die Lighthouse Foundation – eine gemeinnützige Stiftung, für die ich arbeite – Eigentümerin der Lotseninsel. Vielleicht haben Sie die allgemeine Diskussion bis zur Versteigerung vor zwei Jahren verfolgt. Unter www.lotseninsel.de können Sie verfolgen, was seither dort geschieht.


Für die Lotseninsel bereite ich eine kleine Ausstellung vor, die vor Ort gezeigt werden soll und die die Geschichte des Ortes auch mit alten Aufnahmen darstellen soll. Ebenso könnte ich mir einige Aufnahmen für die Internetseite sehr gut vorstellen, z.B. das Bild von den Sommergästen an der Strandmauer.

Ich habe noch keine wirkliche Auswahl getroffen und wollte zunächst klären, ob Sie mit der Verwendung von Bildern ihrer Internetseite in einer Ausstellung zur Lotseninsel und der Internetseite der Lotseninsel einverstanden wären.


Mit freundlichen Grüßen
Jörg Grabo
Lighthouse Foundation
Kanalstr. 30
24159 Kiel

Admin: Ich habe die Anfrage mit einem fröhlichen “Na klar!” beantwortet! (Geht das in Ordnung, Evelyn?).

Vielleicht meint Jörg Grabo aber auch das Foto links, das dem Klassentreffen von Falk Ritter zugesandt wurde…

Wenn’se weiter nach Schleswig wollen, bitte hier entlang!


Ansichten: 216 Schlei:

Fangglück

Schleimünde – Sommer 1945 – britische Besatzer

Kommentar: “…this is in Germany and it’s an Intelligence car (note in my uncles HQ Squadron, 29th Armoured Brigade book).” Admin: Vielleicht ein ehemaliges Gestapo-Auto wie in Kropp, Foto re.?


Kommentare: “I know that Uncle Vic was involved in liberating the camps… [Admin: KZs] he never spoke about it though. That’s him on the left. I’ve a feeling they probably destroyed it shortly after this photo was taken! Looks like he has a knife is his hand!” Admin: Ich glaube, dass es sich um eine an den Ufern der Schlei erbeutete Fahne handelt…


Kommentare: “German Sea Plane at the Sea Plane Base Schleswig Holstein [Admin: Das ist ja wohl die Freiheit] (note in my uncles HQ Squadron, 29th Armoured Brigade book).” und “blohm und voss bv138, german sea plane”
Jochen: “Das Wasserflugzeug auf uncle Vic’s Bild liegt tatsächlich vor Winning, und nicht im Bereich der Freiheit oder am Klensbyer Noor (später ZuckerAG). Das kann man sehr schön an den Pfählen im Wasser und der Silhouette von Winningmay und Reesholm im Hintergrund erkennen.”


Jochen hat diese Fotos zufällig hier entdeckt und voller Begeisterung Sönke und das “Klassentreffen” informiert.

Aus seiner Email:

Viel Vergnügen beim Durchsehen; ist mal ‘ne andere Schleifahrt aus bilderloser Zeit. Sowie Neues zur Geschichte der britischen Besatzer aus deren Perspektive. Habe soeben in der Alten Schleihalle.de mit Erstaunen festgestellt, dass z.B. zur Freiheit 1945 kaum was bekannt ist. So hat mein Grossvater die Sache immer so dargestellt, dass die Engländer dort erst im Herbst 1945 eingezogen waren. Ich nahm an, dass da deutsche Soldaten und Flüchtlinge gehaust hatten.

Admin: Jochen hat der Email einen in englischer Sprache verfassten Brief an die Besitzerin der Fotos beigefügt. Darin findet man die Erklärung für die “bilderlose Zeit“: “…there are almost no pictures from that time. To take photographs was forbidden and the british troups almost at once claimed all weapons and cameras delivered to be destroyed.”

Admin: Jochen hat mit seinen fundierten Ortskenntnissen die meisten Fotos lokalisiert. Wenn man auf die Fotos klickt, enthält der Dateiname der Fotos eine Ortsangabe.

Gegugelt: Die “29th Armoured Brigade“, die an der Schlei zugange war, war ein Teil der “11th Armoured Division“. Hier zwei Sätze: “From the end of the war in Europe (8 May 1945), the Division controlled the province of Schleswig Holstein until it was disbanded [=aufgelöst] in January 1946.” und “After the German surrender, the Division was used as an occupation force in the Schleswig-Holstein area. On 23 May, units of the division were employed in the capture of members of the Dönitz government in Flensburg.”


Jochen: Habe soeben eine Luftaufnahme aus den 1950er Jahren entdeckt (unten), auf der die Vertenswerft zu sehen ist. Man kann sehr schön sehen, dass die eine der Aufnahmen (oben) von Uncle Vic (links) dort gemacht wurde.

Elke Müller:

1945 gab es das STALAG-Gelände zwischen Hesterberg und Suadicanistraße. Dort lebten die britischen Besatzer. Die jetzige Mauer war gesichert durch einbetonierte Glasscherben und Rollen von Stacheldraht. Am Ausgang bzw Eingang stand ein Schilderhäuschen mit Wachsoldat… “geschultert das Gewehr”. Meine Großmutter hat für einige brit. Damen genäht. Wir hatten als Gegenleistung Stoffreste und Schreibpapier.

Admin: Später standen dann die Norweger dort Wache (Foto re.)…


Admin: Ich habe mal ein bisschen zum Begriff STALAG gegugelt. Das ist ja noch ein Begriff aus der braunen Zeit. Hier z.B. fand ich den Satz: “…Beide waren über 40 Jahre alt und somit nicht mehr kriegsdiensttauglich. Als Reservisten gehörten sie zur Landwehr und unterstanden dem Kriegsgefangenenstammlager Stalag XA 10 in Schleswig, das in der dortigen Landwirtschaftsschule eingerichtet worden war.” Hier noch so ein Satz: „Die Arbeitskommandos des Gebietes Rendsburg waren verwaltungstechnisch vom Stalag XA, Schleswig, einem der größten Lager abhängig.“

Tja, man kann sich auch in den Weiten des Internet verlieren… ein modernes Medium, in dem man jede Menge alte Sachen findet…
Ansichten: 489 Schlei: , , , ,

Was tun, wenn dich in Rödekro ein Däne nach Sliminde fragt?


(Die Karte ist von dieser Seite – vielen Dank!)

Das ist doch ganz einfach! Du nimmst die Kort over Sydslesvig (forsigtig, die Kort ist groß!) und zeigst ihm mit dem Finger auf der Karte, was er machen muss:

Etwa so:

Also, wir sind hier in Rödekro am Danevirke und der Valdemars Mur, da musst du von hier über Bustrup nach Slesvig an die Sliehal (ach nee, die ist ja weg), aber da musst du mit dem Dampfer (tuuut! tuut! du verstehst?) auf der Slien nach Sliminde fahren! Das geht dann durch die Li. Bredning und die Store Bredning nach Mysunde, an Arnaes und Kappel voerbi nach Sliminde, siehstdu hier auf der Insel Lodsö!

Was meinst du, wie der Däne (mit Frau und zwei Goeren) dich dann anstrahlt! :D

Apropos Dannewerk! Wenn wir schon mal da sind…

Auf diesen beiden Bildern haben wir (möglicherweise) dieselbe Schanze abgebildet.


Wie schon Peter Voß meinte, gibt es vielleicht Zusammenhänge mit den Zwistigkeiten von 1864…

Und was sagt Wiki?

…Eis und Schnee behinderten beide Armeen…

…Die kampflose Aufgabe des Danewerks, das in der im 19. Jahrhundert aufgekommenen dänischen „Nationalmythologie“ aufgrund seiner langen Geschichte eine erhebliche Rolle spielte, löste in Dänemark einen erheblichen Schock aus und de Meza musste in der Folge das Oberkommando abgeben. Allerdings wurde durch den Rückzug das Gros der dänischen Armee vor der Vernichtung bewahrt…


Admin:
Jungs! Ich bin stolz auf Euch! Die geballte Kompetenz auf dem Spezialgebiet des Brauereiwesens zeigt sich mal wieder im Kommentarbereich!

Um die geringsten Zweifel an der Seriösität des “Klassentreffens” zu pulverisieren, hier jetzt (links und rechts) Kopien der Seiten aus Heinrich Philippsens und C. Sünksens zweisprachigem “Führer durch das Dannewerk” (links der dänische Titel) aus dem Jahr 1903. Darin heißt es:

…Von Busdorf über die Dörfer Gr. und Kl. Dannewerk hinweg bis Kurburg waren im Jahr 1864 von den Dänen 18 größere Schanzen aufgeworfen, dazwischen lagen mehrere Brustwehren für Infanterie und 2 vorgeschobene Werke, deren eines unvollendet geblieben war. Die “Illustrierten Kriegsberichte aus Schleswig-Holstein” (Leipzig 1864) bringen mehrere Abbildungen dieser Schanzenanlagen.

übrigens…


Miniaturen-Nachbildungen des Busdorfer Runensteins sind in 3 verschiedenen Größen zum Preise von resp. Mk. 1, 2 u. 5 beim Bildhauer C. Sünksen in Schleswig (Plessenstrasse No. 6) erhältlich.



Ansichten: 127 Schlei: ,

To Pingsten is dat scheun…

To Pingsten is’ dat scheun,
dor fohr’n wi mit de Koor
an’t Noor!


Wat schüll’t wi dor blot’s moken?
Met suupen unn wat eeten?
Nee, dat kann’s du vergeeten!


Dat is blots een Museum,
as wi een Mausoleum,
ick segg to mine Fru:
“dat is nich Haithabu!”.


“Ick wies’ di Haddeby,”
“dor achtern ann’ de Schlie!”
Dor weer’n uns to veel Lüüt,
torüch naa’t Tüütüütüüt!


Noch eenmal Schleswich winken,
dor geef dat nix to drinken,
in Kiel dor weer dat scheun,
mit Spargel unn mit Schinken!

(Op de rechte Siet heff ich ji een Bild vunn Schliemünn ut de Tied vunn den Wikingers rinsett. De weern domals jo düchtige Seelüüt unn harrn keen Lüchtturm nödich! :oops:)


Norbert:

Morn ischa Kinnerpingsen. Ick erinner mi, datt wi dann na Hadeby or to Onkel Peter in Klensby fohrt sünd. Kringelbieten, Sackhüppen or Eierloopen wär unse Vergnögen. Mien Mißvergnögen wär, datt ick mit mien Moder danzen müß. Dat hätt mi den ganzen Utflog verhogelt :P

Dor hett Norbert mol ganz wat Nieges mit “Kinnerpingsen” bröcht. Bi Gugel gifft datt datt noch nich – ok nich op hochdütsch. Dor frocht man sick – hett sick datt Nobert utdacht? :roll:
(Mit de witte Maibüx an hebbt de Groten sick to Pingsten in de Grote Boomhoff amüseert – wat meent ji?)


Ansichten: 112 Kreisbahn: Schlei: ,