Herbsträtsel Nr. 46 – Saisonbeginn 2011


Bei der Entwicklung dieses Luftbildes ist einiges schief gegangen. Bis wir das korrekte Bild gefunden haben, könnte man ja vielleicht trotzdem herausfinden, wo der Pilot auf den Auslöser gedrückt hat…

Ein Tipp: Im Labor des Fotografen ist Brackwasser in die Entwickler-Lösung geraten…

Jochen: Blick vom Getreidesilo in Schuby? Admin: Nee, Blick aus’m Flieger. Und um Schuby herum ist kein Brackwasser. Und in Angeln ist Schuby auch nicht. :-P

Nochmal der Admin: …jetzt ist schon etwas mehr drauf, auf dem Foto…


Hier jetzt das letzte Rätselfoto. Wenn nichts passiert, werde ich ungefähr um Mitternacht den Vorhang heben. Damit das Elend ein Ende hat! :-?

Jochen: Burg?



Uff! Eine schwere Geburt! Jochen kassiert mal wieder den Tusch!


Nachbarschaft


Ansichten: 57 Schlei: ,

Schleifahrt von Kappeln nach Schleswig


Achim Gutzeit: Hallo Gerd,
nachdem du mir so freundlich beim Aufbau meiner Kappeln-(Schul-)Webseite auf die Sprünge hilfst, schicke ich Dir mal einen kleinen Beitrag zum obigen Thema, den ich beim Stöbern gefunden habe. Es handelt sich um eine Geschichte aus meinem Heimatkundebuch von 1958 (da war ich in der 3. Klasse der Grundschule in Kappeln). Wenn Du möchtest, kann ich den Beitrag auch gern abtippen – meine automatische Texterkennung versagt hier leider vollends.

Admin: Vielen Dank Achim, ich habe die vier Blätter aus Deinem Heimatkundebuch an den passenden Stellen “eingeflochten”. Mein erster Eindruck ist, dass sich Deine Beschreibung der Schlei weitgehend mit dem Bericht Strohmeyers deckt…Texterkennung brauchen wir nicht, Deine Handschrift ist sehr gut leserlich! :-D


Admin: Ich habe in der Landesbibliothek das “Schleswig-Holsteinische Wanderbuch” von Ernst Strohmeyer aus dem Jahr 1905 (Dritte Auflage 1913) ausgeliehen. Aus diesem Buch werde ich den Text zur “Schleifahrt von Kappeln nach Schleswig” jetzt Wort für Wort abschreiben und dabei das hinzufügen und “verlinken”, was sich so “am Wege” findet. Es wäre schön, wenn ihr an dieser beschaulichen Reise Anteil nehmt. Es geht los:

2. Schleifahrt von Kappeln nach Schleswig.
(Mit den kleinen Schleidampfern in 3 1/2 Stunden)

Durch die Kappelner Enge, wo man, wie auch späterhin, die teils sehr alten Heringszäune (zum Aufhalten und bequemeren Fangen der einziehenden Fische angelegt) sieht. – Nach kurzer Verbreiterung verengert sich die Schlei wieder zum Arniser Kanal (bis hierher reicht die Fischereigerechtigkeit der Holmer Fischerzunft in Schleswig).

Arnis,
ursprünglich eine Halbinsel, wurde durch König Erich (den Pommern) der in seinen Kämpfen mit den Holsten längs der ganzen Schlei Befestigungen anlegen ließ, abgegraben; später wurde es wieder landfest. – Früher gehörte der Ort zum Schleswiger Domstift; 1667 erhielt seine Einwohnerschaft einen bedeutenden Zuwachs, als 100 Kappelner Familien, um sich den Bedrückungen der Roester Herrschaft zu entziehen, hierher zogen. – 1864 gingen die Preußen unter Prinz Friedrich Karl hier über die Schlei. – Der Ort betrieb früher viel Schiffahrt und bedeutenden Handel; jetzt scheint er sich als bescheidener Badeort entwickeln zu wollen.

Die jetzt folgende lange Strecke der Schlei, die fast 1 km breit ist, heißt die “Lange Breite”. Links liegen Schloß und Gut Karlsburg,

einst dem Landgrafen Karl von Hessen gehörig, der 1800 das Schloß erbauen ließ. Die hier am Ufer belegenen Hügel (bei der Fischerwohnung Schwonsburg) sollen unter Erich dem Pommer befestigt gewesen sein.

Hart am Ufer liegt l. Dorf Winnemark, das früher dem Schleswiger Bischof gehörte, r. Karschau.


Dann folgt l. das Gut Bienebek, vom Herzog Friedrich Ferdinand erworben, mit einem Wohnhaus im Schweizerstil (dieser Besitz wurde um 1500 aus zwei Dörfern gebildet), r. Pagerö,

ehemals ein Hof, den 1406 die Königin Margareta dem Domkapitel in Schleswig zum Bau des Domes schenkte.

Gleich darauf l. Sieseby mit seiner alten, malerischen, von Bäumen eingefaßten Kirche.

Das Dorf ist sehr alt und wird schon im 18. Jh. erwähnt; später ward es von der Familie Sehestedt dem St. Johanniskloster in Schleswig geschenkt.

Bei der l. vorspringenden Landzunge “Stubbereck” endigt die “Lange Breite”; hier liegt das Gut Stubbe.

Stubbe war in früheren Zeiten ein stark befestigtes Schloß und Sitz der Schleswiger Bischöfe, die in den Kämpfen zwischen den dänischen Königen und den holsteinischen Herzögen aus Seiten der Dänen standen. Darum zerstörten die Holsten das Schloß zweimal.

Bei der Eisenbahnbrücke von Lindaunis die Haltestelle, von der aus die Dampfer den Anschluß an die Züge herstellen. – Unter der Brücke hindurch; dann r. der Eingang des “Lindauer Noors”, l. die Gutsgebäude von Stubbe; in der Nähe sieht man mehrere Hünengräber. Nach r. erweitert sich sodann das Wasser zum Gunnebyer Noor; l. liegt hier Gut Büstorf (stattliches Herrenhaus mit zwei Türmen), früher dem Schleswiger Bischof gehörig; – r. sieht man die Kirche von Ulsnis,

an welcher der Vater des unglücklichen dänischen Ministers Struensee † 1772, Prediger war. – (Man zeigt dort noch den Baumgang, in dem der Vater auf und ab geschritten sein soll, als der Sohn in Kopenhagen das Schafott bestieg.)

Die Schlei verengert sich wieder (durch die Enge Blick auf die fernen Hüttener Berge); r. werden die Dörfer Hestoft und Goltoft sichtbar. – Nachdem das Schiff das Eiland Kieholm und die Goltofter Ziegelei passiert hat, steuert es an einem l. belegenen Landvorsprunge vorbei, der jetzt ein modernes Wohnhaus trägt: Es ist die sogenannte “Königsburg“, auf der noch die Wallreste der 1415 von Erich dem Pommer erbauten großen, festen Burg, welche die Holsteiner und die Hamburger 1417 vergeblich belagerten, zu sehen sind.

Die nun folgende Strecke des Gewässers ruft die Erinnerung an den bekannten Brudermord hervor, der, wie die Sage erzählt, König Abel nicht im Grabe ruhen läßt, so daß er noch als “Wilder Jäger” umherziehen muß: Die südlich der “Könisburg” gelegene Bucht ist der “Zug zum finsteren Stern“.

Hier ließ der Ritter Lauge Gudmundsen mit Herzog Abels Einverständnis den König Erich – nach einer von ihm eingeführten Landessteuer Erich “Plogpenning” genannt – enthaupten. Der Körper wurde mit Ketten beschwert und versenkt. (Im Schleswiger Dom zeigt man noch die Kette und Mütze von König Erich.)
Auf dem nun l. folgenden Vorsprunge stand wohl die Kapelle zum finsteren Stern, die zum Gedächtnis des ermordeten Königs erbaut worden sein soll. (Nach anderer Überlieferung soll von dieser Kapelle der Priester geholt worden sein, der dem König Erich das Abendmahl reichte.)

Gleich hinter dem nächsten Vorsprunge sieht man den Eingang zum Ornumer Noor; geradeaus ist Missunde sichtbar. – Der Dampfer biegt nach r. zur Missunder Enge (100 m breit), von der r. das Brodersbyer Noor ins Land einschneidet. Bei Missunde ist ein wichtiger Übergang und eine vielbenutzte Fähre.

Die Wasserstraße hieß hier in alten Zeiten Maglandskanal und war als alte Fährstelle schon früh befestigt. – Bekannt ist Missunde, das an der Schwansener Seite liegt, durch die von den Dänen angelegten Schanzen und die Gefechte in den Feldzügen 1848, 1850 und 1864.

Die Dampfer legen an der Angelner Seite, beim Fährhause, an.

Zu den Schanzen gelangt man, wenn man mit der Fähre ans Südufer fährt: hier gleich l. die Reste des Brückenkopfes; im Dorf an den Häusern eingemauerte Kugeln; – gleich hinter dem Dorfe l. die mit Anlagen versehenen Reste der Hauptschanze mit dem Denkmal.


Durch die Missunder Enge gelangt das Schiff zuerst um die hohe Halbinsel “Alte Burg” (r.), die höchstwahrscheinlich schon im Altertum befestigt war und als “Fliehburg” bei räuberischen Einfällen diente – 1864 hatten die Dänen dort Schanzen – dann um den niedrigen Vorsprung “Kielfot” (l.) herum, in die “Große Breite” oder das “Wesen-Noor“. – Hier gleich r. eine Bucht, an der man, an das hohe Ufer der “Alten Burg” amschließend, den niedrigen Strand des Syllermoors erblickt.

Dort soll König Erichs Leiche angetrieben worden sein; der Ort ward durch ein hölzernes Kreuz bezeichnet und “Kreuzort” benannt.

Links voraus erblickt man die Ziegeleien von Borgwedel, weiter zurück an der Bucht das bekannte, dem Herzog Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein gehörige Luisenlund.

Am rückwärts liegenden Ufer des Noors Weseby, bei dem früher eine stark befestigte Burg gestanden haben soll. – Nach Westen scheint sich das Wasser zu schließen; hier ist die Stexwiger Enge, die durch die von Norden hervorspringende niedrige Halbinsel Reesholm mit der Spitze Palörde gebildet wird. – Am Dorfe Stexwig (l.) vorbei durchsteuert das Schiff die Enge und fährt in die “Kleine Breite“.

Hier eröffnet sich zugleich ein ungehinderter Blick zur schön belegenen Stadt Schleswig und zum Ende des Meerbusens. Rechts verbreitert sich das Wasser zum Winninger Noor, wo beim Gute Winning die Loiter oder Füsinger Au, das Hauptgewässer Angelns mündet; hier erblickt man die Kirchen von Moldenit und Kaleby.

Links voraus sieht man Fahrdorf (vorm. Wagerdorf), von wo eine Fähre für Fußgänger nach der “Freiheit” in Schleswig führt.

Etwas weiter die kleine Kirche von Haddeby, – hinter ihr erblickt man einen bewachsenen Hügel, die “Hohburg” genannt.

In der Ferne der Königshügel mit dem Denkmal für die gefallenen Österreicher; dahinter die Hüttener Berge.

Weiter nach r. schließt sich im Landschaftsgebilde der Stadtteil Friedrichsberg an, dessen Abschluß das große Regierungsgebäude bildet. – Rechts im Vordergrunde die Stadt Schleswig; zunächst, auf einer Halbinsel, das St. Johanniskloster mit seiner Kirche;

weiterhin der Dom mit seinem neuen, 112 m hohen Turme; auf der Höhe die Michaeliskirche. – Mitten in der Schlei die Insel Möwenberg.

Hier stand schon 1105 ein Schloß, die Juris- oder Jürgensburg; – eine Brücke, deren Reste bei sehr niedrigem Wasserstande noch sichtbar sind, führte zum Festlande. Auf dieser Burg residierte der bekannte Knud Laward, der im Kriege mit den Holsten auf der Insel sein Lager hatte, ward dort von seinen nimmer rastenden Feinden überfallen und entkam nur mit genauer Not. – In neuerer Zeit war das Eiland durch das Möwenschießen, das Volksfest der Schleswiger bekannt.

(Das war’s)


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Sommerlochrätsel Nr. 47

Lutz:

Liebe Ratefüchse,

da ihr ja schulmäßig alle so fit seid:

Was ist denn das hier für eine Truppe und bei welcher Gelegenheit?

Admin: Seit 11:30 tote Hose. Ein Tipp (wenn gewünscht): Anmelden auf der Domschulseite und bei Ehemaligen nach Namen suchen. Die Seite der Domschule scheint allerdings im Moment etwas notleidend zu sein. Ist der Admin krank?

Um das Ratefieber noch etwas anzuheizen, hier ein kulturell wertvoller Tipp:

Links sehen wir den Spielplan des Stadttheaters in der fraglichen Saison! ;)


Ja, was war denn noch? Ach ja, einen Monat vor der obigen Autofahrt beschloß der Magistrat, der Mittelschule mit Beginn des neuen Schuljahres den Namen “Bruno-Lorenzen-Schule” zu geben…

…und man konnte in dem Jahr per Luftlinie vom Hafen nach Haddeby gehen (es fanden sogar Passagierflüge statt – und zwar nicht mit Wasserflugzeugen)!

Jetzt der entscheidende Tipp für die Fußballfans unter uns:

Einer der abgebildeten Knaben war von 1983 bis 2000
1. Vorsitzender eines Sportvereins in Schleswig!

Admin:
Nu’ is’ aber genug mit Hilfe! Ich erwarte die Jahreszahl – und gut is!

Noch einen
für die Mathematiker unter uns:

Wenn ihr das zweistellige Ereignisjahr dupliziert und zu dem Ergebnis das Geburtsjahr von Johannes Heesters addiert und abschließend noch drei abzieht, seid ihr im jetzt und heute!

1955!

sagt Norbert! Und er hat recht! Endlich ist die Nuss geknackt!

Das ist auch noch von ihm: “Beschlossen wurde [die Benamsung der Mittelschule] am 6. Januar 1955, jedoch die Namensgebung erfolgte dann erst am 30. Dezember 55, dem einjährigen Todestag des Bürgermeisters. (aus Schleswig und die Schleswiger, 1945-1962 von T. Christiansen)”

Tusch!

(Die “offizielle” Lösung lautet: “Ols 1954/55, mündliches Abitur am 10. Februar 1955“)


Dieses hier ist ein kleines Zusatzrätsel von Lutz als Lockerungsübung für “zwischendurch”:

Wo befand sich dieses Gebäude?

Jochen:

Die Hütte steht vielleicht in Klein Westerland, soll heissen Burg?


Dieses “Zwischendurch-Rätsel” scheint ja wirklich viel leichter als das obige zu sein – ein Zwischendurch-Tusch! nach DK!


Ansichten: 31 Schulen: Schlei:

In der Sommerfrische

Klein Westerland, 1965, links Tante Olga, rechts meine Oma…:yes:

Torsten:

Ja ja,
die Goldenen 60er-Jahre – Füsing, Klein-Westerland, Reesholm …


Reesholm weckt bei Uwe C. Christiansen Erinnerungen…
Sachma Torsten, ist das da (links) wirklich Füsing?
Lutz:

Es ist Füsing.
Obere Dorfstraße = rechte Seite Richtung Brodersby
Untere Dorfstraße = linke Seite Richtung Brodersby

Diese beiden schnuckeligen Ansichtkarten von Brodersby hatte ich noch “liegen”…


Admin: Haben die da (oben) einen Bahnhof raufgeschummelt? Ich sehe Schienen vor der Kneipe – oder etwa nicht?
Lutz:

Hochverehrter Admin – die von Dir abgebildete Karte zeigt das Brodersby bei Kappeln. Dieses hat jedoch nichts mit “unserem” Brodersby/Missunde zu tun.

Admin: Oha! Da schäm’ ich mich doch mal kurz! :oops: (Aber die Kirche, die steht doch im “richtigen” Brodersby – mir war doch so…)

Hanns Mieschendahl:

…Von Füsing hatte ich nur Kontakt mit der Au, deren Wasser mir bei einem nächtlichen “Ausflug” oben in die Stiefel lief: Der untere der beiden Tampen zum Rüberhangeln mit voller Ausrüstung war von den Kameraden – natürlich unbeabsichtigt – so tief gehängt…

Die Jungs im Rettungsschlauchboot lauerten schon, einer aus dem Osttor fiel tatsächlich gleich rein, durfte aber trotz verlorener Brille nass bis auf die Knochen in der Kälte weiter. Sonst wäre er sicher krank geworden.

Für solche Spässe mit der Stabskompanie suchten sie sich gerne mondlose Nächte aus. Die Kampfkompanien erledigten derartiges am Tage auf dem Kasernengelände. Wir marschierten dafür jede Woche zum Haarholm. Unser Marsch-Pensum war so bemessen, dass wir pünktlich zum Frühstück wieder auf der Freiheit ankamen. So konnte der Tagesdienst gleich weitergehen.



“Der jüngste männliche Hoferbe blieb auf dem Felde der Ehre” – eine Formulierung aus “Der Kreis Schleswig” von 1959. Gibt es diesen Hof noch?

Erinnerungen an Missunde… unsortiert…



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