Schulgeld 1933
13. Februar 2008Ein Forderungszettel über jährliches Schulgeld von 240 RM für die staatliche Domschule 1933 für den Realschüler Karl Heinz Steenbock (10.Klasse).
Ihm wurde aber das Schulgeld erlassen, weil er bedürftig war (seine verwitwete Mutter hatte nur eine monatliche Rente von 96 RM) und wegen seiner Begabung:
„Karlheinz ist der beste und begabteste Schüler seiner Klasse.“
Lornsenschule war nie Oberrealschule
8. Februar 2008Falk Ritter stellt fest:
Lornsenschule war nie Oberrealschule
Am 8. Februar 2008 veröffentlichte die Leitung der Schleswiger
Lornsenschule einen Nachruf auf die verstorbene ehemalige Direktorin
dieser Anstalt Betti Schreiber (1954-1975). Darin ist u. a. zu lesen:
„Unter ihrer Leitung wurde aus der ehemaligen Oberrealschule für Mädchen ein vollwertiges Gymnasium.“
Diese Aussage ist falsch.
Begründung:
Das Gebäude der Lornsenschule beherbergte seit seinem Bestehen im Jahre
1909 eine Vielzahl von schulischen Einrichtungen wie:
Lyzeum, Oberlyzeum, Höhere Töchter-, Mädchen- und Frauenschule,
Lehrerinnen-, Hortnerinnen- und Kindergärtnerinnenseminar, Deutsche
Oberschule, Oberschule und Gymnasium.
Nach dem letzten Kriege war sie eine Staatliche Oberschule, deren
Anforderungen durchaus dem eines Gymnasiums entsprachen, zusätzlich
ausgerüstet mit Unterricht in Hauswirtschaftslehre, Kochen und
Näharbeiten.
Wer in den 20er Jahren eine Oberrealschule besuchen wollte wie z.B. der
spätere Schleswiger Zahnarzt Dr. Johannes Trahn, mußte sich nach
Flensburg bemühen.
Von 1933 bis 1937 war die Domschule Dopppelanstalt, nämlich Gymnasium und Oberrealschule.
Das typische Berufsziel eines Oberrealschülers war der Ingenieur!
Falk Ritter in einer Email vom 13.2.2008:
Anbei ein Auszug aus dem Schleswiger Adreßbuch des Jahres 1950, aus dem hervorgeht, dass die Lornsenschule keine Oberrealschule war:
Frl. Svanholm
8. Februar 2008Falk Ritter teilt mit:
1908 Mittelschulklasse im Lollfuß 72
Im 2. Quartal 1908 gab es in der Lehrerinnen-Seminarschule im Lollfuß 72 eine Mädchen-Mittelschulklasse, die von Frl. Svanholm geleitet wurde. Dafür erhielt sie 150 Mark. An Unterricht wurde hier wöchentlich
gegeben:
2 Std. Religion
8 Std. Deutsch
4 Std. Rechnen
2 Std. Geschichte
2 Std. Erdkunde
2 Std. Naturbeschreibung
4 Std. Französisch
2 Std. Zeichnen
2 Std. Singen
2 Std. Turnen
2 Std. Handarbeit
Frl. Svanholm unterrichtete Deutsch und Französisch. Englisch wurde
nicht unterrichtet.
Nachgereichte Information von Falk Ritter:
...diese Mittelschulklasse war ein Experiment, was gerade mal 3 Monate dauerte und wegen ungeklärter finanzieller Fragen und Zuständigkeitfragen wieder eingestellt wurde.
Die Klassenfahrt nach Fischen
5. Februar 2008Dieses akribisch geführte Protokoll einer Klassenfahrt wurde von Wolfgang Kather eingesandt. Im "Klassentreffen" wird an einigen Stellen, mit Fotos, auf diese Fahrt verwiesen.
Jubiläum
5. Februar 2008Falk Ritter teilt mit:
Am 23.5.2008 haben die Schleswiger Realschulen 160jähriges Jubiläum.
Bei Ernst Erichsen ist nämlich zu lesen:
Im Mai 1848 begab er [Direktor Fischer] sich von Altona nach Schleswig, wo er am 23. Mai die Anstalt mit 9 (!) Schülern im geräumigen Justizrat-Bennickeschen Hause, Stadtweg 72, später dann bis 1909 Heim der Höheren Töchterschule — jetzt Nordmarkbücherei und Hoesche Bibliothek — eröffnete.
Im Jahre 2010 werden die Realschulen aufgelöst und in den Regional- bzw. Gemeinschaftsschulen aufgehen. Dazu etwas Aktuelles aus der SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, ein Link funktioniert leider nur wenige Tage):
Regionalschule: Länger gemeinsam lernen
Laut dem im Januar 2007 beschlossenen Schulgesetz werden bis Sommer 2010 alle Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen zusammengeführt. Dort wird es eine gemeinsame Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) geben, erst danach trennen sich die Bildungsgänge Hauptschule (bis 9. Klasse) und Realschule (bis 10. Klasse).
Als weiteren Teil der Schulreform hat Schleswig-Holstein als erstes Bundesland per Gesetz die Gemeinschaftsschule eingeführt. Hier sollen die Schüler bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen. Die Gemeinschaftsschulen bieten die Abschlüsse von Haupt- und Realschule sowie den Übergang zur gymnasialen Oberstufe an, die sie auch selbst einrichten können. Zu Beginn des laufenden Schuljahres hatten die ersten sieben Gemeinschaftsschulen mit 726 Fünftklässlern den Betrieb aufgenommen.


