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Jubiläum - Ein Grund zum Feiern?
Genau heute vor 160 Jahren wurde die Schleswiger Realschule mit 9 Schülern eröffnet.
Leider gibt es zu diesem Jubiläum nichts zu feiern, da der landesweite
Mathematik-Vergleichstest für Realschüler nicht gut ausfiel.Woran liegt das?
Können wir das hier mal diskutieren?
Wie ist Eure Meinung?
Anmerkung von Gerd Tams:
In der SN von heute wird auf der Seite 1 getitelt:
Mathe-Debakel: FDP zählt Bildungsministerin aus
In den Kieler Nachrichten steht nichts auf Seite 1. Im Teil "Schleswig-Holstein" steht auf der zweiten Seite:
Haben viele Schüler null Ahnung von Mathematik?
Die Aufgaben beim Probelauf für die zentralen Prüfungen waren offenbar zu schwer
(Ein Link auf die Online-Ausgaben der Zeitungen ist leider nur kurzlebig, weil die Berichte nach kurzer Zeit in den kostenpflichtigen Archiven verschwinden)
4 Kommentare
Der Frust mit den Lehrern, die Mathe unterrichten, ist überproportional hoch! Meine Vermutung ist, dass sich jeder Mathelehrer als Albert Einstein fühlt, nur von Pädagogik nichts versteht. Und sie (die Mathelehrer) sind erst recht nicht in der Lage, einen vernünftigen, regional einheitlichen Standard zu schnitzen.
Sicher ein grundlegend pädagogisches Problem, das vielleicht erkannt aber nicht bewältigt wird.
Andererseits hat die Problematik ja auch mit der manglende Reife
War das vor 40 Jahren anders?
Gruss
Jochen Meyer
Ich könnte viel über die vergangenen Versäumnisse berichten, die man Lehrern, Eltern und Kultusbürokraten anlasten kann. Das hilft uns aber auch nicht weiter. Wie kann man es besser machen? Das deutsche Schulsystem hatte bis ca. 1970 für die Finnen Vorbildfunktion. Gottlob haben sie dann ihr eigenes entwickelt. Was machen sie nun besser als wir? Finnland ist ein dünn besiedelter Flächenstaat. Die Schüler haben weite Wege zur Schule und halten sich deshalb den ganzen Tag in der Schule auf oder wohnen dort sogar. Somit sind sie den ganzen Tag dem intellektuellen Einfluss ihrer gebildeten Lehrer ausgesetzt. Damit sind sie auch den ganzen Tag dem zerstreuenden Einfluss der modernen Medien entzogen. Somit haben auch Kinder aus armen, immigrierten und ungebildeten Elternhäusern eine gute Chance, ihre angeborenen Fähigkeiten voll zu entwickeln. Mein Vorschlag lautet deshalb ganz einfach: Schafft eins, zwei, drei ... ganz viele Ganztagsschulen!
ALLE, Lehrer, Eltern und Schulbürokraten haben ein gerüttelt Maß an Schuld!
1. Die Lehrer glauben, daß sie den tiefen Teller erfunden haben.Ich kann mich noch gut erinnern, daß man bei einem Lehrer so gut wie NIX begriff, bei einem anderen es überhaupt keine Probleme gab. Wir hatten auch unsere Schulbücher einheitlich. Ich erinner noch bei meinen Kindern, daß jeder Lehrer sein eignes Lehrmaterial hatte.
Das war nicht nur bei den Naturwissenschaftlichen so, sondern auch bei den sog. Geisteswissenschaftlern.
2.) Die Eltern glauben, sie hätten Mininobelpreisträger zuhause. Dazu kommt noch, daß sie ihren Kindern einen Terminkalender spendieren, der so vollgepfropft ist, daß jeder Industrieboss vor Neid erblassen würde.Spielen "nur so" ist nicht mehr drin. Es muß alles einen pädagogischen Hintergrund haben, also stinklangweilig sein.Das einzige was noch zählt, ist der Computer. Ich hörte letztens hier bei uns, wie sich eine Mutter lauthals beschwerte, daß die Programme immer teurer werden. "Wie soll man das noch finanzieren?"Man merkt, die Werbung und der sog. Konsumterror hatte hier Erfolg
Außerdem wird Mathe von vielen Eltern mit einem Lächeln nach dem Motto "Ich konnte es auch nicht" bedacht.
3.) Die Bürokraten springen von einem Zug auf den anderen. Es ist keine Kontinuität mehr gegeben.
Falk Ritter fordert nun viele Ganztagsschulen.d.h.Das Beste wäre also im Endeffekt das Internat!!!
Hmmmm, fürs eine Kind gut, fürs andere nicht (z.B.Heimweh), wie Alles
Den Kindern und auch den Eltern und Lehrern sollte beigebracht werden, daß der einfache und bequeme Weg nicht immer der Beste ist. Die Begabung spielt auch eine sehr erhebliche Rolle.
