Aufgewärmt…


“Jungs holt fast” steht auf dem Einband…



Klensby – Winning – Schaalby – Scholderup – Taarstedt – Steinfeld – Süderbrarup

Wagersrott – Scheggerott – Rabenkirchen – Faulück – Grödersby – Kappeln – Berend – Brekling – Nübel – Tolk

Wellspang – Böklund – Hollmühle – Ekebergkrug – Weißes Roß – Havetoftloit

Torsballig – Esmark – Satrup

Jagel – Kropp – Groß-Rheide – Dörpstedt – Hollingstedt – Thiesburg – Wohlde – Bergenhusen – Norderstapel – Süderstapel – Seeth-Drage

Friedrichstadt
Eine Postkartenreise

Kreisdampfer “Concordia”

Kreisdampfer “Herzog Friedrich”
(Der Personenverkehr nach Friedrichstadt wurde bereits 1934 eingestellt. Daher kann man annehmen, dass das Heft vor 1934 veröffentlicht worden ist… Die Parole “Jungs holt fast” hängt mit der Volksabstimmung 1920 zusammen – daher wird das Heft wohl nicht vor 1920 herausgekommen sein… Da der im Heft erwähnte Schleidampfer “Concordia” erst 1926 gebaut wurde, nehmen wir jetzt an, dass das Heft nicht vor 1926 gedruckt worden ist!)

An einem sonnenklaren Sommermorgen wollen wir mit dem Frühzuge der Kreisbahnlinie:
Schleswig – Süderbrarup – Kappeln 
durchs schöne Angelland fahren. Beim Schleswiger Dom befinden sich die Bahnanlagen der Kreisbahnen. Der, von zwei Ecktürmen flankierte schöne Bau des Kreisbahnhofs fällt im Stadtbilde sehr angenehm auf. Der Personenverkehr auf den drei Kreisbahnstrecken wird zur Hauptsache durch moderne Triebwagen zum Teil auch durch Dampfzüge bewältigt.

Der Fahrplan gewährleistet eine bequeme und schnelle Verbindung mit allen Stationen und bietet Gelegenheit zu vollen Tagesausflügen, wie auch zu Nachmittagsausflügen nach allen Richtungen. An Sonn- und Festtagen findet eine wesentliche Preisermäßigung durch Ausgabe von Sonntagskarten statt.

Am Bahnsteig 1 des Kreisbahnhofs hält fahrbereit ein Triebwagen, den wir besteigen.

Gleich nach dem Verlassen der Stadt tritt die Bahnlinie an die Schlei heran und läuft parallel mit dem breiten Schleistrom bis zu den nächsten Stationen.

Während unser Zug die lange Steigung bis
Klensby (links), dem ersten Haltepunkt und Ausflugsort der Schleswiger, in langsamer Fahrt hinanklimmt, haben wir Gelegenheit, die Schönheit der Landschaft in uns aufzunehmen.

Ueber das hügelgewellte Gelände geht der Blick zur ganz nahen, hier sehr breiten Schlei (rechts), die, belebt von Seglern, Fischerfahrzeugen, Motorbooten und Dampfern, sich herrlich im Rahmen des malerischen Landschaftsbildes ausnimmt.

Drüben jenseits der Schlei sieht man die Höhenzüge der Hüttener Berge,

am Schleiufer liegen friedlich hingestreckt die Dörfer, blauer Rauch steigt aus den Schornsteinen der strohgedeckten Häuser in die frische Morgenluft. Alles vereint sich zu einem Friedensbilde wunderbarer Art.

Durch den Buchenwald, der rechts von der Bahn das malerisch am Schleiufer gelegene Gut
Winning (rechts) umgibt, gleitet der Blick ab und zu durch Lichtungen und erschaut immer wieder das leuchtende breite Silberband der Schlei.

Bis zur Station
Schaalby bleiben sich Bahn und Wasserstraße getreu, dann entzieht sich die Schlei den Blicken der Reisenden, in hügeligem, knickdurchzogenen Lande zieht die Bahn weiter.

Die nächste Station
Scholderup liegt gleichwie Schaalby etwas vom Dorfe getrennt allein.

Beide Orte, Schaalby wie Scholderup, sind prächtig aufgeblühte moderne Bauerndörfer, die zu durchwandern sich sehr verlohnt. Von beiden Orten führen schöne geschützte Wege zum Schleistrand hinab.

Dann führt ein malerisches Wiesental die Bahn zu beträchtlicher Höhe über den Wasserlauf der Loiter Au bis zu Station
Taarstedt.

Bei der Weiterfahrt bleibt das angenehme Landschaftsbild unverändert. Fruchttragende, gepflegte Gärten, grünende Aecker und Wiesengründe wechseln mit hohen, schönen Buchenwaldungen ab.


Die nächste Station ist das große Bauerndorf
Steinfeld. Ein Blick vom Abteilfenster des Zuges läßt den Reisenden die gemächlichen Wohlstand verkündenden Bauernhöfe gewahren. Doch sind’s zwischen Strohdachbauten meistens moderne, nüchterne Steinbauten mit massiver Bedachung, die fast überall, wohin das Auge blickt, vorherrschen.


Vom Bahnhof Steinfeld führt (links) eine gute Straße durch schönen Buchenwald, an stolzen Bauerngehöften mit neuzeitlichen, feinen Wohnhäusern und gleichartig modernen Wirtschaftsgebäuden vorbei zum Dorf
Ulsnis, das romantisch mit seiner alten Kirche waldumschirmt an der blauen Schlei liegt. Von hier aus sind die Dampfschiffe zur Rück- und Weiterfahrt zu erreichen.

Die Bahn führt von Steinfeld in sechs Minuten zum Flecken
Süderbrarup, wo die Reichsbahn Flensburg – Kiel und die Schleswiger Kreisbahnen einen gemeinsamen Bahnhof haben.


Süderbrarup ist ein aufblühender Ort mit modernen Kaufhäusern, freundlichen Villenstraßen, guten Hotels und Gaststätten wie auch noch sonstigem neuzeitlichem Komfort. Die Kreisbahnzüge haben meistens, der Anschlüsse an die Reichsbahnzüge halber, in Süderbrarup einigen Aufenthalt, der sich von den Reisenden sehr nutzbringend zu einem lohnenden Spaziergang durch den Ort verwenden läßt.

Von der etwas erhöht liegenden Kirche schweift der Blick über weite Strecken es Angellandes hin. In der Nähe des Bahnhofes hat der Reisende Gelegenheit, ein naturgetreues altes Angeliter Bauerngehöft in niedersächsischer Bauart kennenzulernen. Eigenartig nehmen sich die strohgedeckten Fachwerkbauten dieses Hofes, mit den vielen kleinen Fensterscheiben des niedrigen Wohnhauses zwischen den übrigen modernen Bauten der nächsten Umgebung heraus.

Nach dem Verlassen von Süderbrarup fährt der Zug am
Thorsberger Moor (rechts) vorüber, einer kulturhistorisch hochbedeutsamen Stätte. Aus diesem Moor wurden, teils durch Ausgrabungen, veranlaßt durch das Kieler Museum, teils durch Bauern, die auf dem Moor Torf gruben, große Mengen prähistorischer Funde zutage gefördert, so z.B. ein größeres wertvolles Wikingerboot.


Von links grüßt durch Baumgrün die Kirche des Dorfes
Norderbrarup mit ihrem überschlanken Dachreiter herüber, während der Zug der Station
Wagersrott zustrebt.
Das gartenähnliche Gepräge der Landschaft tritt immer mehr in verstärktem Maße zutage. Hohe, ernste Buchenwälder zur Rechten wie zur Linken. Durch “Knicks” eingeteilte Felder. Überall intensive Landwirtschaft.

Scheggerott ist die nächste Station. Das Dorf gleichen Namens zieht sich vom Bahnhof nach Süden hin. Rote Steinbauten leuchten. Schon werden die alten stimmungsvollen Fachwerkbauten mit dem weichen Strohdach und den Hängehölzern über dem First seltener. Aber sie sind noch vorhanden. Und wo sie sind, regt sich verständnisvolle Heimatliebe, das Alte zu schützen, alte Kultur zu retten vor neuerer, nüchterner, geschmackloser Bauart.

Langsam steigt die Bahnlinie an. Von links winkt der
Töstruper Kirchturm durch Buchenwald und vor uns auf der Höhe liegt trotzig ein gedrungener massiv wirkender Kirchenbau mit kurzem, dicken Turm.

Die Kirche des Dorfes
Rabenkirchen. Aus mächtigen gespaltenen Feldsteinen und Findlingen gefügt, schaut die Kirche erhaben übers Land. Ganz dicht an Kirche und Kirchhof führt der Schienenstrang vorbei, die Reisenden können hier zu beiden Seiten des Zuges einen weiten köstlichen Fernblick übers gesegnete Angelland genießen.


Weiter gehts nach
Faulück zu. Die Bahn führt immer noch auf dem leichten Höhenzug entlang, sodaß der Fernblick über die weite herrliche Natur erhalten bleibt. Von rechts her blinkt schon wieder die Wasserfläche der Schlei. Entzückend nimmt sich die breite Wasserstraße zwischen den Höhenzügen, Wäldern und Ortschaften der Ufer aus.

An klaren Tagen leuchtet sogar die
Ostsee herüber und der Reisende kann vom Abteilfenster aus hochmastige Segelschiffe und große Dampfer übers Ostmeer hinziehen sehen.
Nun fällt der Bahnkörper in leichter, aber andauernder Neigung bis Grödersby und Kappeln hin ab.

Die Station
Grödersby liegt wie ein verwunschenes Knusperhäuschen am hohen schweigenden Buchenwald. Wunderbar ist die Ruhe und der Pulsschlag des Friedens, der von diesem Naturbilde ausgeht.


Das Dorf
Grödersby liegt weiter unten nach der Schlei hin. Herrliche Spaziergänge bieten sich hier den Ausflüglern, die in Grödersby den Zug verlassen und durchs entzückende romantische
“Hüholz” (links), dem prächtigen Walde, nach dem nahen Kappeln zuwandern, oder durch die wogenden, knickeingefriedigten Kornfelder, durch das altertümliche, trauliche Dorf Grödersby zu Schlei hinab gehen wollen. Grödersby ist einen Besuch wert. Hier finden sich noch alte Angler Bauernhäuser in der alten unverdorbenen Bauweise, die so sehr den Kenner und Forscher fesselt. Wohin man auch den Fuß setzen mag, überall reizvolle Naturbilder in wundervoller Mischung von Hügeln, Wald und Wasser! -

Und dann als letztes
Kappeln! – die Endstation der ersten Kreisbahnlinie. Klein ist nur das Städtchen, aber seine Reize erhöhen dermaßen seinen Wert, daß an schönen Tagen das Städtchen voller Fremden und Touristen ist. -


Wer einmal in den Anlagen vor dem Strandhotel saß und über das Getriebe des Schleswiger Bahnhofes hinweg, den Blick ruhen ließ auf dem breiten Schleistrom, der von den Jachten, Segelschiffen, unzähligen Booten und Dampfern belebt, von der Schwansener Seite von hohen majestätischem Buchenwald gleichsam behütet ist,

wer solches wunderschönes Bild von dem mächtig hohen Ufer, wo die Kappelner Kirche mit ihrem, den eigenartigen Turm krönenden Schutzheiligen Christophorus sich erhebt, geschaut hat und sich vom Anschauen all der herrlichen Naturbilder schwer trennen konnte, der sucht solchen Ort gern wieder auf.
* Weiter durch die “buckelige Welt” des Angellandes fahren wir von Schleswig aus mit der zweiten Bahnlinie der Schleswiger KleinbahnenSchleswig – Satrup. 

Die ersten drei Stationen
Berend,
Nübel, und
Brekling bilden für die Stadtbewohner Schleswigs gern besuchte Ausflugsorte an Sonntagen, wo dann der, von den drei Stationen leicht erreichbare schöne
Langsee aufgesucht und abends die Spätzüge der Kreisbahn wieder zur Heimfahrt benutzt werden.


Nach dem Verlassen von Brekling führt die Bahn durch das Gebiet des einstigen Tolker Sees auf die Station Tolk zu.

Tolk ist ein großer freundlicher Ort mit alter erhöht liegender Kirche, von dessen Glockenturm man einen umfassenden Rundblick übers Land genießt.
Weite hohe Buchenwälder gegen der sehr hügeligen Landschaft von Tolk ab wieder das Gepräge. Der Buchenwald ist mit dem Land schier verwachsen, er lebt und webt in ihr. Sinnfällig vollzieht sich an dem Wald das Leben und Sterben in der Natur. Blühendes Erwachen im Frühling, erhabene Pracht im Sommer, Ruhen und Sterben im Herbst. Dann, wie auch an stillen Sommerabenden, wenn der glühende Sonnenball gesunken ist, “steht schwarz und schweiget”: – - -
Se snackt man mank de Bläder,
as snackt en Kind in Slap;
dat sind de Weegenleeder,
vör Köh un stille Schap! –
(Klaus Groth.)
Unser Zug hält in Wellspang. Von hohen Buchenwäldern eingerahmt dehnt sich zur Rechten ein langes, fruchtbares Wiesental. Fern am Rande desselben blinken die roten Häuserdächer von Rabenholz und Arup. Dies breite Wiesental war einstmals ein wogender See.

In Wellspang müssen wir unbedingt verweilen. Wir verlassen den Zug, gehen an der Wassermühle vorbei durch den Wald zum ganz nahen herrlichen Langsee.
Dieser erstreckt sich von Wellspang bis zu Orte Idstedt in einer Länge von über 7 Kilometer.

Hier ist historischer Boden alter Bedeutsamkeit. Um 1200 erhob sich am Westende des Langsees das Zisterzienserkloster Guldholm, an der Stätte des heutigen Ortes Güldenholm. Verherrlicht ist die alte Kulturstätte durch die historische Erzählung “Der Schützling des Klosters Guldholm” (Schleswiger Nachrichten 1925).

Hohe steile Ufer umgeben waldgekrönt den langgestreckten See. Wunderbar ist eine Bootsfahrt über den stillen See, gleichwie ein Aufenthalt in dem Wald- und See-Hotel “Waldlust“, das an schönen Sommer- und Wintertagen von Besuchern umlagert ist. Am Langsee auf steilem Ufer unter rauschenden Waldbäumen einige Stunden verträumen, ist Naturgenuß in reinstem Sinne.
Von Wellspang aus nimmt der Zug die lange Steigung bis Norderfahrenstedt, währenddessen wir Gelegenheit haben, unsere Blicke über die Wald- und Wiesenschönheit des Tales hinschweifen zu lassen.

Dann hält der Zug auf Station Böklund. Hier ist stärkerer Verkehr als auf den meisten anderen Stationen, denn Böklund, der große, stark sich entwickelnde Ort, hat ein reiches Hinterland mit großen Dörfern, deren Bewohner alle in Böklund die Bahn aufsuchen und benutzen. 
Rechts von der Bahn sehen wir die Kirche, ein schmuckloses Langhaus ohne Turm, doch sehr alt und schön im Innern. Etwas weiter links liegt das adelige Gut Fahrenstedt, wo lange schon das Geschlecht derer von Gersdorff sitzt. Dem einstöckigen Herrenhaus ist ein altes Torhaus mit kleinem Glockenspiel vorgelagert.
Von Böklund ist’s nicht weit zum Schlachtfelde von Idstedt
, wo sich die doppeltürmige Gedächtniskirche erhebt zum Gedenken an die blutige Schlacht am 25. Juli 1850.

Hinter Böklund nimmt das Gehölz des Gutes Fahrenstedt den Zug auf, der sich dann an Bellig (rechts) vorbei, dem Dorf Hollmühle nähert. Hollmühle ist gleichwie Böklund ein schön aufgeblühter Ort.

Dann hält der Zug wieder in Ekebergkrug. E. ist die Bahnstation für die prächtigen wohlhabenden Ortschaften Struxdorf, Thumby, Ekeberg, Boel.

Von einer Anhöhe zur Rechten grüßt die ganz alte Struxdorfer Kirche ins Land. Das kleine Gotteshaus lohnt durch sein hübsches Inneres, seine alte wertvolle Kanzel, Taufstein u.a.m. sehr eine Besichtigung.

Bei der Weiterfahrt von Ekebergkrug eröffnet sich links ein prächtiger Blick auf das schöne Dorf Uelsby mit seiner hinter Bäumen versteckt liegenden kleinen Kirche. 
Rechts bleibt das sehr malerisch gelegene Thumby liegen, während das Dorf Ekeberg unmittelbar von der Bahn berührt wird.
Durch die Ekeberger Wiesen, die auch ehemals einen See bildeten, führt die Bahn nach Weißes Roß.
Von hier aus kann in reichlich einer Stunde Fußwanderung durch den großen Rehberger Wald Satrup erreicht werden. Im tiefen Wald befindet sich ein längliches Seeräubergrab, das von mächtigen Felsblöcken umgeben ist. Im Volksmunde leben über die verrufene Stätte, deren Entstehen prähistorischer Zeit angehört, wilde Sagen. Man nennt die Stätte “Pynnes Grab”. -

Die nächsten Stationen Dammholm und Havetoftloit sind die Zugangspunkte für die Orte des westlichen Angelns zur Bahn.
Links von der Bahn liegt, weithin sichtbar, der Hof Bunsbüll, welcher mit dem rechts von der Bahn liegenden Hofe Oster-Bunsbüll und dem heutigen Dorfe Dammholm zusammen vor zirka 300 Jahren einst den Hof Bunsbüll bildete. Bunsbüll ist jedoch der verbliebene Rest des alten Haupthofes und weist noch neben landwirtschaftlichen Fachwerkbauten auch noch ein altes 1782 erbautes strohgedecktes Wohnhaus auf. Beide Höfe haben die alte Angler Bauweise treu gehütet und sind darum als Denkmäler alter Zeit zu werten.

Zwischen den beiden Dörfern Havetoftloit und Torsballig dehnt sich ein langes Wiesental, das bis zur Geest hinausläuft.
Vom hohen Bahndamm bei dem Bahnhofe Torsballig eröffnet sich links ein weiter Blick auf die in der Ferne beginnende Geest. Havetoftloit ist ein hübscher, zusammengedrängt gebauter Ort, während Torsballig eine Dorfanlage von enormer Ausdehnung ist, aber viele stimmungsvolle Bauerngehöfte alter Bauweise noch aufzuweisen hat.
Beim Bahnhofe Torsballig befinden sich drei gewaltige Hünengräber: “Hermenshoi, Temenshoi und Asserhoi“. Der Asserhoi (hoi = höhe) wurde von Herrn Prof. Rothmann vom Kieler Museum 1906 durchforscht, wobei wertvolle Funde aus zwei Steingräbern zu Tage gefördert wurden. Das Alter der Hünengräber beträgt zirka 5000 Jahre.
Sehr lohnend ist die Besteigung der Berge. Vom Hermenshoi, der höchsten Erhebung, bietet sich eine unvergleichlich schöne Fernsicht nach allen Seiten über das gesegnete Angelland hin. Unzählige Dörfer und Ortschaften sind sichtbar meilenweit in der Runde. Während nach Osten hin das hügelige, walddurchzogene, fruchtschwangere Angelland sich auftut, wird im Westen schon die ebene magere Geest sichtbar.
Im Wiesengrunde findet sich eine uralte germanische Heilquelle, Apfelholm benannt. Neben der Quelle, der man früher Heilkräfte zuschrieb, war ehemals eine heidnische Opferstätte, ein mit Eichen bewachsener Hügel, dessen Reste noch vorhanden sind. – Der Name Torsballig bedeutet Thors-Wohnung und der gemanische Donnergott Thor hatte die Quelle in grauer Vorzeit mit seinem Hammer geweiht. –

Reicher Waldbestand zeigt sich bei der Weiterfahrt zu beiden Seiten der Bahn. Satrupkirchenholz, ein idyllisch verschwiegen am Waldrande gelegenes Dörfchen, gehört schon zu Satrup. In Esmark, einem hübschen Dorfe, das mit Satrup fast verbunden ist, hält der Zug noch, um dann nach wenigen Minuten Satrup, die Endstation, zu erreichen.
Satrup, ein großes, schönes Kirchdorf, bietet als Sommerfrische einen angenehmen Aufenthalt. Sehr schöne Waldungen umgeben den Ort und laden zum Wandern auf romantischen Waldwegen, durch bunte Fluren, über stille Wiesentäler ein. 
Sehenswert ist auch die im romanischen Stil erbaute alte Kirche inmitten des Ortes, wie auch das sehr alte Pastorat gegenüber der Kirche.

In Satrup sind zwei Ärzte ansässig, eine gute alte Apotheke ist vorhanden. Reichhaltige Kaufhäuser, Fleischwarenfabriken, Industrieunternehmungen aller Art finden sich.
Gegenüber dem Schleswiger Bahnhof liegt der Bahnhof der schmalspurigen Flensburger Kreisbahn; eine bequeme schnelle Verbindung mit Flensburg ist also gegeben.
Auf dem Wege nach dem von Satrup eine Stunde entfernt liegenden Sörup liegen zwei hübsche Landbesitze, die Ueberreste des einstmals so großen machtreichen Gutes Satrupholm, von dem nur noch, als letzter Zeuge, ein Stück des alten breiten Burggrabens vorhanden ist. Die Geschichte des alten Adelssitzes, die mit derjenigen der ganzen Gegend eng verflochten ist, findet einige interessante Momente in der historischen Erzählung Johannes Thomsens: “Magister Melchior Albinus”. (Flensburger Nachrichten 1926)
Sehenswert ist im nahen Sörup der wundervolle Ehrenfriedhof bei der großen alten Kirche, die mit ihrem schlanken Turm weithin sichtbar ist. Berückend ist der weite Ausblick von dem hochgelegenen Friedhof über das weite, fruchtbare, gesegnete Angelland hin mit seiner anmutigen Naturschönheit.
Zwischen den Wäldern liegt still verträumt der ruhig-schöne Südensee. Leise plätschern seine Wellen und im Rohr der Ufer huschen scheue Wasservögel hin und her.
(wird forgesetzt – Admin bei der Arbeit!)
Neu! Man kann jetzt Bilder kommentieren! Klicke einfach auf ein Bild! - Klicke mal auf den Globus!
Kreisbahn:
Schleswig,
Schleswig-Friedrichstadt,
Schleswig-Kappeln,
Schleswig-Satrup